Alles zum Heimspiel gegen die "Wölfe"... (Rund um Fußball)

Reppichauer, Dessau, Sunday, 06.11.2022, 21:54 (vor 22 Tagen) @ 04plus01er

Bei "durchaus kritikwürdigen Berufsgruppe" war mir schon klar in welche Richtung du gehst.

Finde ich sehr schade, aber wie hat heute Abend Herr Steinmeier gesagt, "Demokratie ist nicht wie einkaufen gehen und sich die schönsten Dinge auszusuchen". Viele in unserm Land haben vergessen dass es nicht nur Rechte sondern auch Pflichten gibt.

Wer sich in unserem Land nicht mehr wohlfühlt, hat bis heute jederzeit die Möglichkeit seine Meinung zu sagen und auch die freie Wahl das Land zu verlassen.

Viele Menschen in anderen Ländern haben dies nicht mehr, oder nie gehabt.

Man möge mal in Ruhe darüber nachdenken...

Mh. Ich habe versucht, ein paar Schritte nach vorn zu machen.

Habe aus meiner Sicht beschrieben, woher saftige Kritik am Polizeiapparat kommen kann.
Dass ich deswegen Polizei aber nicht grundsätzlich ablehne. Dass ich der Überzeugung bin, dass es neben den schlechten Beispielen auch gute gibt. Dass wir in einer Entwicklungsphase leben, in der alte Merkmale von Polizei überwunden werden sollten, und warum.

Dieses Rechte-und-Pflichten-Dings bestreite ich nicht. Ich lasse es mir aber nicht als Pflicht aufbürden, eine in gefährlicher Quantität negativ handelnde Polizei als "ist schon gut und richtig so" hinzunehmen.
Habe gesagt, dass ich trotz aller bekannter polizeilicher Vergehen nicht pauschal von Bullen(schweinen) o.ä. sprechen will.

Das findest du schade?
Ist nur gut, was voll auf deiner Linie liegt?

Ich komme aus der Stadt, in der mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Polizisten am 7. Januar 2005 den afrikanischen Geflüchteten Oury Jalloh in Polizei"gewahrsam" ermordet haben oder seine Ermordung ermöglicht haben. Auf jeden Fall haben die wahrscheinlichen Beteiligten alles dafür getan, dass niemand zur Verantwortung gezogen werden konnte.

Superschnelles Behaupten, es wäre ein tragischer Selbstmordfall.
Dämonisierung des Opfers als gefährlichen Drogendealer.
Keine professionelle Sicherung des Tatorts.
Beseitigen von Beweismitteln.
Gefakte Beweismittel.
Falschaussagen vor Gericht. (Korpsgeist)
Wahrscheinlich Druck auf eine aussagewillige Kollegin. (Korpsgeist)
usw.

Sicher ein besonders schwerer, aber kein Einzelfall in Deutschland.
Und es trifft nicht nur Nichtdeutsche.
Und dem Staat ist die Vorstellung von einer weitgehenden Aufklärung so peinlich, dass er diese Vorfälle lieber aussitzt, statt vorbehaltlos für eben diese Aufklärung einzutreten.

Man hat ausreichend Gründe für sehr tiefe Abscheu gegen unsere Uniformierten bzw. die strukturellen Probleme, die sie erzeugen.
Aber noch mal: Ich erkenne trotzdem die prinzipielle Notwendigkeit von Ordnungskräften an.
Nur muss sich bei denen ganz stark was ändern, damit die (sachliche) Kritik abnimmt.

Ich weiß, dass ich die freiheit hätte, anderswo hinzugehen.
Wollte ich aber nie. Habe lieber Knast riskiert, als es noch richtig weh tat.
Wer eine freiheitliche demokratische und sozial verantwortliche Gesellschaft will, muss hier dafür kämpfen.
Sie ist noch lange nicht perfekt. Auch wenn wir in vielen Aspekten anderen Ländern weit voraus sind. Aber begeistert prügelnde und unter Stress mordende Polizisten mit einer Schere im Kopf, wer lebenswert ist und wer nicht, bringt uns nicht weiter.
"Man möge mal in Ruhe darüber nachdenken ..." :-|

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