Catering-Situation in der MEWA-Arena (Rund um Fußball)

SupportReihe7, Montag, 02.05.2022, 23:35 (vor 24 Tagen)

Ich habe lange überlegt, dieses Thema erneut hier aufzumachen, weil es seit Jahren und stets fruchtlos verhandelt wird. Gerade in dieser Saison hat sich die schon seit eh und je unzulängliche Catering-Situation in der MEWA-Arena aus meiner Sicht aber weiter Richtung Unerträglichkeit verschlechtert. Ich möchte gerne wissen, ob andere diese Einschätzung teilen bzw. ob es irgendjemand gibt, der mir erklären kann, warum der FSV mit Nibelungentreue an dem Caterer Gaul festhält (oder auch, warum Gaul seinen Job seit so vielen Jahren MEWA-Arena einfach nicht in den Griff bekommt?). Zudem möchte ich als sporadischer Auswärtsfahrer von den Vielfahrern hören, ob mein Gefühl zutrifft, dass in jedem anderen Stadion der deutschen Profiligen die Fanverköstigung auch während stark besuchter Spiele organisatorisch besser, schneller und nicht zuletzt geschmacklich deutlich überzeugender gelingt.

Zur Einstimmung möchte ich hier nur meine zwei aktuellsten Gaul-Erlebnisse zum Besten geben: Gegen Dortmund hatte ich erstmals meine 14jährige Patentochter und ihre kleine Schwester mit im Stadion und wollte den Fußballbesuch deswegen auch kulinarisch anreichern. Mit dem Pausenpfiff stand ich in der Schlange - und zwar hinter denjenigen Wissenden, die sich offensichtlich bereits das Ende der ersten Halbzeit verkniffen hatten, weil sie sich wohl regelmäßig der XXL-Wartezeit vor dem Mainzer Bratwursttresen aussetzen. Als ich schließlich an die Reihe kam, hatte a) die zweite Halbzeit bereits wieder angefangen und meine kleinen Gäste fragten sich ängstlich, ob dem Patenonkel etwas zugestoßen war, gab es b) keine Bratwürste und c) keine Brötchen mehr. Alternativ wurden mir - ohne jede finanzielle Vergünstigung - zwei lauwarme, in einen Getränkebecher zusammengeknickte Feuerwürste verkauft, die dergestalt schmeckten, dass keines der beiden Mädchen (verständlicherweise) mehr als einen Bissen hinunterbekam.

Am Samstag gegen Bayern war ich um 15.05 Uhr mit einem Freund im Stadion. Im Innenraum kam man kaum zu den Eingängen durch, weil sich "bei Gauls" wie immer alles staute. Der Freund wollte uns noch ein Bier mit zum Platz nehmen und schenkte meinen Warnungen keinen Glauben, dass er dann nicht pünktlich zum Anpfiff im Stadion sein könne. Fünf Minuten nach Spielbeginn war er mit den beiden Plastikbechern schließlich da und fassungslos über die Verkettungen logistischer Fehlleistungen, die sich ihm bei einem Allerweltsvorgang wie dem Ausschank von Getränken und dem Verkauf von Imbissartikeln geboten hatten.

Diese Missstände beobachte ich nun schon seit vielen Jahren und gewinne das Gefühl, dass sie von Saison zu Saison schlimmer werden. Daher frage ich mich, wie es sein kann, dass Geschäftsführung und Vorstand des Vereins entweder die Augen vor der Katastrophe verschließen (wollen) oder offensichtlich keinerlei Ambitionen haben, den Zuschauern auch außerhalb des grünen Rasens ein Stadionerlebnis auf Bundesliganiveau zu bieten. In der Hospitality-Tabelle der Profiligen würde ich die 05er jedenfalls ans dirty low end setzen, dorthin, wo auch der Relegationsplatz in unerreichbarer Ferne liegt.

Das mag sich jetzt so lesen, als wolle ich nur meinen Frust ablassen. Dabei möchte ich eigentlich erreichen, dass das Stadionerlebnis in Mainz erfreulicher wird. Nach all den Jahren, in denen sich in Sachen Catering trotz vieler Reklamationen nichts, aber auch gar nichts zum Besseren gewendet hat, bin ich aber nicht mehr sicher, ob die Spruchweisheit "Jede wahre Revolution fängt damit an, dass man sich eingesteht, was ist" (Rosa Luxemburg) bei Gauls und bei den Verantwortlichen im Verein beherzigt wird.


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