Kaderpolitik (Rund um Fußball)

TuS-FSV, Sunday, 24.03.2024, 08:40 (vor 32 Tagen) @ knightclub

Ich teile deine Beobachtung weitestgehend, bewerte es jedoch eher als positiv.

Früher unter Kloppo war es gefühlt Usus, dass Spieler die uns verlassen haben, im neuen Verein nicht so gut funktioniert haben. Ich habe das immer als Qualität der Arbeit des 05-Teams gesehen, die Spieler so einzusetzen , dass sie (im Kollektiv) ihre Leistung bringen konnten.
Umgekehrt habe ich es immer mit gemischten Gefühlen gesehen, wenn zuletzt Spieler woanders besser funktionierten als bei uns. Klar habe ich es persönlich dem ein oder anderen gegönnt (z.B. Stöger, Niederlechner), andererseits hat es mich auch geärgert, dass sie ihr Potential bei uns nicht zur Geltung bringen konnten (markantestes Beispiel war für mich Niederlechner).

Das sich die Situation jetzt anders darstellt als unter Schröder wundert mich nicht. Schröder hat ja offensiv uns als "Sprungbrettverein" für junge Spieler gesehen und auf dem Transfermarkt im großen Stil junge Spieler von mittelgroßen bis großen Vereinen aus dem Ausland geholt mit dem Ziel, diese nach ein paar wenigen Jahren teuer weiterzutransferieren (Niakhate, Mateta, Aaron, Gabriel, Rodriguez, Kunde, usw.). Dabei wurde meist auch ordentlich Geld erstmal in die Hand genommen. Rückblickend habe ich den Eindruck, dass diese Strategie mit dazu geführt hat, dass die Identifikation mit dem Verein bei einigen Fans gelitten hat. Zu oft hatte ich den Eindruck, dass die Spieler im Kopf schon den großen Verein hatten wo sie später Spielen wollen und wir für sie der Verein sind wo sie halt derzeit in einer großen Liga einen Stammplatz beanspruchen können.

Mit dem Weggang von Schröder wurde das wieder anders. Gerade die ersten Transfers (Kohr, da Costa, Glatzel) waren für mich Balsam. Spieler, die nicht den nächsten größeren Verein im Hinterkopf hatten, sondern die im besten Fußballalter waren und wussten, hier muss ich alles geben und kann Stammspieler/Leistungsträger in der Bundesliga werden, während woanders in der Liga nur eine kleinere Rolle winkt. Zudem kamen nach Schröder vermehrt ältere Spieler, die dann auch mal mehr als 2 Jahre hier bleiben wollen (Widmer, Lee, etc.).
Wenn ich mal die kommerziellen Punkte außen vor lasse, ist mir am Ende ein solider Spieler lieber, der hier 5 Jahre oder mehr Leistungsträger ist und dann am Zenit seiner Karriere ist und nicht mehr das große Geld einbringt als ein junger Überflieger, der nach 5 guten Spielen sich schon bei dem Mäzen, Scheich, Funktionär des nächstgrößeren Vereins auf den Schoß setzt.

Letztendlich werden wir wohl sowohl sportlich als auch finanziell ein paar solcher Ausnahmekönner und Sprungbrettspieler brauchen...


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