Gehört Politik wirklich nicht in den Fußball? (Alles außer Fußball)

Captain Spaulding, Wednesday, 30.09.2026, 06:11 (vor 16 Tagen)

Fan-Kolumne von Alex Schulz:

https://merkurist.de/mainz/fan-kolumne-gehoert-politik-wirklich-nicht-in-den-fussball_Y...

Ein sicher mittlerweile sehr unangenehmes Thema, das Alex hier in der „Herbstpause“ anspricht.


Gebt gerne eure Meinung zum Besten!


Hier geb ich mal meinen Senf dazu:

Ich musste auch erst lernen, dass Politik tatsächlich zum Fußball dazugehört. Insofern stimme ich Alex in vielen Punkten zu.

Aber wie immer macht die Dosis das Gift: wenn bei einem Spiel 38 Spruchbänder für 37 verschiedene Themen von Fans hochgehalten werden, dann ist das viel zu viel. Und man erreicht genau das Gegenteil von dem, was man eigentlich erreichen wollte: Aufmerksamkeit, Interesse an einer bestimmten Thematik.

Was viele politisch motivierte Fans immer wieder vergessen: Eine große Anzahl der Stadionzuschauer ist zum Fußballspiel gekommen: um ein gutes Fußballspiel zu sehen, um Freunde zu treffen, über Fußball zu diskutieren und eine gute Zeit zu haben.
Die überwiegende Mehrheit will weder über Merz, die Linke, 38 Geschlechter noch über vegane „Wurst“ diskutieren, sondern einfach mal vom Alltag abschalten.

Problematisch sehe ich die immer intensiver werdende Politisierung in den Fankurven, wo auf einmal Fanclub A aus Mainz gegen Fanclub B aus Mainz wettert, weil z.B. die einen pro Israel und die anderen contra sind. Aus der internen Fankurve werden auf einmal außenpolitische Themen aufgenommen und so krass politisiert, dass man sich im eigenen Fanblock doof anmacht, anstatt zusammen sich um‘s Wesentliche zu kümmern: guten Support für ein gutes Spiel.

Das finde ich schade.

Politik muss sein, aber bitte in einem für alle verträglichen Maß, ohne den Fokus auf‘s wesentliche zu verlieren, den Fußball.

Gehört Politik wirklich nicht in den Fußball?

t0pazio, Wednesday, 30.09.2026, 07:04 (vor 16 Tagen) @ Captain Spaulding

Das Politik im Stadion nichts verloren habe, hört man meist von denen, die sich hauptsächlich per Telegramm "informieren". Meist sind es dieselben, die von einer Mehrheit bei uns kritisiert werden.
In Cottbus z.B. ist Politik im Stadion "gern gesehen", solange es gg "die Richtigen" geht.

Ich finde, Fußball ist in unserer Gesellschaft zu groß und wichtig, als das man ihn entpolitisieren kann. Im Fall von MZ05 mit seiner Geschichte sogar noch weniger.

Gehört Politik wirklich nicht in den Fußball?

Seminator, Wednesday, 30.09.2026, 09:14 (vor 16 Tagen) @ t0pazio

Ich bin gegen Politik im Stadion und informiere mich nicht über soziale Medien jeglicher Art.
Ich halte mich für gut informiert und brauche deswegen keinen weiteren Input im Stadion. Die meisten Themen sind eh so komplex, dass es mir fragwürdig erscheint, sie in einem Slogan oder Banner zu konzentrieren.

Es ist mit Sicherheit so, dass Politik mit dem Sport zu tun hat, weil viele Entscheidungen politisch getroffen werden. Man kann die zwei Themen also nicht ganz trennen. Ob es aber dann im Stadion auch politisch werden sollte, da bin ich anderer Meinung.

Wir alle sind mit sehr wenigen Ausnahmen, wenn überhaupt, politische Menschen. Im Sport sollte das aber keine Rolle spielen. Sport sollte verbinden und politische Haltung tut es sehr oft eher nicht. Mein Alltag ist durchtränkt von Politik, ob ich an der Tanke bin oder einkaufen gehe.
Überall hat man mit politischen Entscheidungen zu tun. Wenn ich im Stadion bin, würde ich mich gerne "offline" schalten und diese paar Stunden abschalten.

Gehört Politik wirklich nicht in den Fußball?

Immer05, Wednesday, 30.09.2026, 13:32 (vor 16 Tagen) @ Seminator

Ich finde es gibt schon ein paar wenige und dann nur wirklich gravierenden Themen, bei denen die Fans mal ihre Meinung kundtun können und sollten und so auch ein Zeichen setzen.

Als Zuschauer der mal abschalten will und nichts von Politik hören und sehen will, sollte man diese 4-5 Minuten schon aushalten können.

Gehört Politik wirklich nicht in den Fußball?

Richard, Mainz, Wednesday, 30.09.2026, 13:58 (vor 16 Tagen) @ Seminator

Wir alle sind mit sehr wenigen Ausnahmen, wenn überhaupt, politische Menschen. Im Sport sollte das aber keine Rolle spielen. Sport sollte verbinden und politische Haltung tut es sehr oft eher nicht. Mein Alltag ist durchtränkt von Politik, ob ich an der Tanke bin oder einkaufen gehe.
Überall hat man mit politischen Entscheidungen zu tun. Wenn ich im Stadion bin, würde ich mich gerne "offline" schalten und diese paar Stunden abschalten.

Geht mir auch so.

Was mich als damals jungen Studenten (90er) in der Kurve fasziniert hat, war, dass ich dort neben dem Uni Professor, dem OB, dem Kuttenalki und sonstigen schrägen Gestalten gemeinsam jubeln konnte. Der Fußball hat da was sehr Verbindendes.

Damals waren die politischen Fronten auch noch nicht so verhärtet. Das RCDS Mitglied wurde von den zahlreicheren Jusos zwar belächelt, aber halt nicht angefeindet.

Heute ist das ja ganz anders. Die Fronten sind dermaßen verhärtet, dass eine politische Positionierung über das Selbstverständliche hinaus (z.B. kein Rassismus oder Antisemitismus im Stadion) zwangsläufig nur zur Spaltung der Fans führen wird.

Leider sehe ich das aber in Mainz so kommen.

Gehört Politik wirklich nicht in den Fußball?

dadum, Wednesday, 30.09.2026, 20:48 (vor 16 Tagen) @ Richard

Heute ist das ja ganz anders. Die Fronten sind dermaßen verhärtet, dass eine politische Positionierung über das Selbstverständliche hinaus (z.B. kein Rassismus oder Antisemitismus im Stadion) zwangsläufig nur zur Spaltung der Fans führen wird.

Leider sehe ich das aber in Mainz so kommen.

Möglicherweise.
Denn das Stadion ist ja genau aus den von Dir genannten Gründen ein zutiefst öffentlicher und damit politischer Ort.
Die Verhandlung allein der Frage ob gewisse Tätigkeiten (z.B politische Meinungsäußerungen) in diesem Raum unterlassen werden sollten oder nicht ist selbst schon ein politischer Akt.

Gehört Politik wirklich nicht in den Fußball?

Rasenmäher, Thursday, 01.10.2026, 15:31 (vor 15 Tagen) @ Captain Spaulding

Im Stadion so viel Fussball wie möglich,
So wenig Politik wie möglich .

Wird die Politik ins Stadion getragen,
Was manchmal nicht vermeidbar ist,
Wird der Fussball als Sport und Spaß verlieren.

Gehört Politik wirklich nicht in den Fußball?

aurea moguntia, Thursday, 01.10.2026, 18:20 (vor 15 Tagen) @ Rasenmäher

Im Stadion so viel Fussball wie möglich,
So wenig Politik wie möglich .

Wird die Politik ins Stadion getragen,
Was manchmal nicht vermeidbar ist,
Wird der Fussball als Sport und Spaß verlieren.

Ich freue mich ehrlich gesagt darüber, im Stadion antirassistische Botschaften zu lesen.

Gehört Politik wirklich nicht in den Fußball?

frodoNtour, Thursday, 01.10.2026, 22:07 (vor 15 Tagen) @ Captain Spaulding

Eine exakte Abgrenzung, wann Politik ins Stadion gehört und wann nicht, ist nicht ganz einfach. Ich kann es aber (für mich!) einigermaßen abgrenzen.

Zunächst mal bedeutet Fußball, dass auf dem Platz und den Rängen unsere Gesellschaft in allen Facetten abgebildet ist. Dementsprechend ergibt sich daraus, dass in diesem Umfeld Diskriminierung gegenüber Fans, Spielern/innen, Stadionbesuchern/innen keinen Platz haben darf und diese sich als Person, auf dem Platz und/oder in ihrem Fansein - soweit sie selbst niemanden beeinträchtigen - ausleben dürfen. In diesem Sinne sehe ich das Stadion (und den Fußball) als Ort bzw. Umfeld, in dem gesellschaftspolitische Themen ihren Platz finden.
Wenn jemand meine Platznachbarin, einen Spieler, einen anderen Fan, Fangemeinschaften... ausschließen/diskriminieren/angreifen möchte und ich mich - die Fangemeinschaft sich - dagegen wende(t), dann ist das durchaus als gesellschaftspolitisches Handeln zu verstehen und im Stadion angemessen. Dann ist es angemessen, dass man sich zu gesellschaftspolitischen Themen positioniert. Ideologien, die rassistisch unterlegt sind, frauenfeindlich, homophob... schließen Teile unserer Stadiongemeinschaft aus und damit ist für mich entsprechendes gesellschaftspolitisches Engagement angebracht.
Gleichermaßen ist sportpolitisches Engagement im Stadion angemessen, bspw. wenn man sich gegen Pläne aus einem Innenministerium wehrt, die Fans betreffen.

Eine Grenze sehe ich zur Parteipolitik, die klar außerhalb der Stadiongemeinschaft steht. Pro Straßenbahnausbau, gegen Windräder, für die Rente mit 45 Beitragsjahren, gegen Merz, für Wüst, für Özdemir, gegen Bas, für höhere Steuern, gegen eine Erbschaftssteuer... hat aus meiner Sicht im Stadion jetzt nichts zu suchen.

Insofern: Ja, Fußball darf politisch sein. Dort, wo (Gesellschafts-)Politik uns im Stadion betrifft.

Was ist jetzt aber bspw. mit dem Transparent beim Heimspiel gegen die Eintracht? "Boycott Antisemitism not Israel" (Meine Fotos zeigen das Transparent nicht komplett und ich habe den Inhalt aus dem Gedächtnis rekonstruiert.)
Auch wenn ich diesem Slogan (und dem Kampf gegen Antisemitismus) zustimme, erschließt sich mir hier im Konkreten nicht der gesellschaftspolitische Bezug, der dies im Stadion kontextuiert. Ich stelle nicht die Berechtigung des Transparentes in Frage, ich frage mich nur nach dem konkreten Anlass! Ich kenne eben nicht die Hintergründe.
(Aufgrund unserer Vereinsgeschichte sehe ich das Engagement gegen Antisemitismus als einen wesentlichen Teil unserer Vereinsidentität. Das Eintreten gegen Antisemitismus ist ja sowieso eine allgemeine gesellschaftspolitische Pflicht und in unserem Verein mit unserem Gründer Eugen Salomon noch mal eine ganz besonders wichtige Verpflichtung.)

Gehört Politik wirklich nicht in den Fußball?

t0pazio, Friday, 02.10.2026, 00:07 (vor 15 Tagen) @ frodoNtour

"Boycot Antisemitism not Iarael"
Müsste eher umgekehrt sein, oder?

Gehört Politik wirklich nicht in den Fußball?

Milestone-Mainz, Friday, 02.10.2026, 05:59 (vor 14 Tagen) @ t0pazio

"Boycot Antisemitism not Iarael"
Müsste eher umgekehrt sein, oder?

Soll das Ironie sein?

Gehört Politik wirklich nicht in den Fußball?

frodoNtour, Friday, 02.10.2026, 06:06 (vor 14 Tagen) @ t0pazio

"Boycot Antisemitism not Iarael"
Müsste eher umgekehrt sein, oder?

Du bist dir bewusst, was du schreibst?
Das Transparent sagt, dass Antisemitismus boykottiert werden soll, es wendet sich gegen Antisemitismus.
Du forderst, dass es umgekehrt sein müsste, also explizit kein Boykott von Antisemitismus.

Antisemitismus hat unseren Vereinsgründer umgebracht. Und eine solche Haltung soll aus deiner Sicht heute nicht boykottiert werden?

Gehört Politik wirklich nicht in den Fußball?

t0pazio, Friday, 02.10.2026, 08:06 (vor 14 Tagen) @ t0pazio

Sorry, hatte mich verlesen und behaupte das Gegenteil. Tut mir leid!

Wie man aus meinen anderen Posts ersehen kann, ist das definitiv nicht meine Gesinnung.

Gehört Politik wirklich nicht in den Fußball?

frodoNtour, Friday, 02.10.2026, 08:10 (vor 14 Tagen) @ t0pazio

Sorry, hatte mich verlesen und behaupte das Gegenteil. Tut mir leid!

Wie man aus meinen anderen Posts ersehen kann, ist das definitiv nicht meine Gesinnung.

Danke für deine Klärung! Ich hatte mich schon gewundert, auch bei dem, was du vorher im Thread geschrieben hattest :daumen hoch:

Gehört Politik wirklich nicht in den Fußball?

Milestone-Mainz, Friday, 02.10.2026, 23:16 (vor 14 Tagen) @ frodoNtour

Danke für deine Klärung! Ich hatte mich schon gewundert, auch bei dem, was du vorher im Thread geschrieben hattest :daumen hoch:

Ich auch.

Gehört Politik wirklich nicht in den Fußball?

Immer05, Friday, 02.10.2026, 11:11 (vor 14 Tagen) @ frodoNtour

Ich finde Dein Kommentar bringt es auf den Punkt was erlaubt sein sollte und was nicht!

Wenn man die ganzen Facebook-Kommentare über die Hautfarbe der Spieler beim Länderspiel gegen Griechenland sieht, dann kann einem echt übel werden.

Sich dagegen zu wehren, finde ich unbedingt wichtig im Stadion, es sind auch unsere Spieler die angegriffen und beleidigt (freundlich ausgedrückt) werden und denen sollte man auch gerade im Stadion den Rücken stärken.

Gehört Politik wirklich nicht in den Fußball?

neustädter, JWD, Friday, 02.10.2026, 23:11 (vor 14 Tagen) @ frodoNtour

Geht wohl Richtung BDS-Bewegung....hier mal reinlesen....ansonsten halt antideutsches/antiimperialistisches Selbstzerstörendes....

Gehört Politik wirklich nicht in den Fußball?

Milestone-Mainz, Friday, 02.10.2026, 05:58 (vor 14 Tagen) @ Captain Spaulding

Wir sehen gerade eine von rechts gesteuerte Kampagne in Social Media gegen nicht DEUTSCH, was immer das im Detail auch heißen soll, aussehende Spieler in der deutschen Nationalmannschaft und auch in "normalen" Fußball-, Handball- und sonstigen Sportvereinen ist das, zumindest, in Social Media schon Alltag. In den unterklassigen Ligen scheint das sogar in weiten Regionen des Landes fast schon Normalität zu sein.
Alleine das macht doch klar, das Sport politisch ist und Politik sich auch im sportlichen Raum abspielt und das dagegen auch im sportlichen Raum vorgegangen werden muss.
So gesehen gehört politischer Protest natürlich auch ins Stadion. Parteipolitisch motivierte Aktionen im Stadion brauche ich allerdings nicht.

Gehört Politik wirklich nicht in den Fußball?

Reppichauer, Dessau, Sunday, 04.10.2026, 10:16 (vor 12 Tagen) @ Milestone-Mainz

Wo politische Themen aufploppen, sollen sie auch behandelt werden dürfen. Und es gibt Themen, die erstmal gar nicht politisch sind, aber aufgrund großen allgemeinen Interesses politisch behandelt werden müssen. Das finde ich alles völlig normal.

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