Was ein wahnsinnig bitterer Tag.
In Gladbach steht man mit dem Rücken an der Wand, deren MS ist gesperrt, da sollten wir ans Hamburg Auswärtsspiel anknüpfen und einen klaren Sieg einfahren.
Auch wenn es erst der 3. Spieltag war und die statistische Aussagekraft somit überschaubar ist: Bitter ist es, die ersten Gegentore durch solche Geschenke zu kassieren.
Bitter ist es, die erste (Heim-)Niederlage nach so einer schläfrigen Leistung einzufahren.
Am bittersten aber ist es, dass so die erste Heimniederlage vor Publikum gegen diesen Gegner zustande kam.
Insgesamt hatte ich gehofft, dass wir reifer und gefestigter sind. Bei der Ausgangslage hätte ich zumindest einen soliden Auftritt erwartet. Gerade jüngeren Spielern gestehe in individuelle Fehler zu. Diese sehe ich jedoch nicht als Hauptursache für die Niederlage. Viel zu viele Spieler waren weit von ihrer Normalform entfernt und das Kollektiv hat auch nicht funktioniert.
Insofern sehe ich das Gladbach-Spiel als absolute Wundertüte unabhängig von deren Trainerwechsel:
rufen wir Normalform ab, können wir was mitnehmen. In der Verfassung von gestern oder wenig inspiriert wie gegen Paderborn können wir froh über einen Punkt sein.
Noch drei Einzelthemen, die so noch nicht aufgegriffen wurden:
1) Die Einwechslungen haben definitiv Schwung gebracht. Bei 0-2 zur Halbzeit hätte ich mir mindestens noch eine weitere geünscht. Naheliegend wäre für mich gewesen, auch Mwene rauszunehmen, der keinen guten Tag hatte.
Königsdörfer kommt bei der AZ mit Note 4 und der Kritik, er sei nicht zwingend vor dem Tor aufgetaucht, nicht so gut weg. Er hatte sicher Luft nach oben, ich fand aber, dass er wesentich mehr offensiv bewirkt hat als Lee.
Und Hollerbach war wahnsinnig spielfreudig, dynamisch und dribbelstark. Respekt nach dieser langen Pause.
2.) Vorm Elfmeter gingen alle Mainzer Spieler zur Bank. Ist mir so noch nie aufgefallen. Evtl eine Möglichkeit, die VAR-Prüfung zu überbrücken. Aber dann schien Amiri quasi alleine zum Elfmeterpunkt zu gehen, vorbei an zahlreichen Gegner ohne den "Schutz" seiner Mitspieler. Und es sah so aus, als hättte Atobuloh auf ihn eingeredet und angefasst. Wahrscheinlich war es im Fernsehen besser zu sehen? Im Stadion wirkte die Zeit vor der Ausführung nicht gerade optimal für den Schützen, plus das Gehampel auf der Linie. Ich fürchte alles regelkonform, aber im Nachinhein hätte ich mit gewünscht, dass wir da cleverer rangehen.
3.) Apropos "clever". Dank der frühen Führung haben die Frankfurter ganz konsequent kleine Verzögerungen eingebaut. Hier mal den Ball weggerollt, da mal ein paar Meter weggeschossen, kurz in die Hand genommen. Alles, um unseren Spielfluss zu bremsen und schnelle Ausführungen zu verhindern. Frustrierend, dass so etwas von den meisten Schiris ignoriert wird.
Ich muss mal bei eigener Führung darauf achten, ob wir so etwas auch in diesem Ausmaß machen.
Den Klassiker "Liegen bleiben, obwohl nichts war" gibt es bei uns natürlich ebenso. Aber auch hier war uns der Gegner überlegen. Uzun ist mir hier besonders aufgefallen.
Und Nachwuchsspieler Baum hat die Sache wirklich perfektioniert: um einen Angriff von uns zu unterbinden, hat er sich im Fallen ans Bein gegriffen. Als er im Rollen gesehen hat, dass wir den Ball hergeschenkt haben, ist er aber aus der Fallbewegung aufgesprungen und hat sich am Gegenangriff beteiligt.
Sowas will ich bei uns nicht sehen. Leider für mich ein Zeichen, dass wir gestern zu wenig entgegen setzen konnten und auch nicht schlau genug waren.