Der ganze Vorgang führt nicht nur zu einem großen finanziellen Schaden, sondern dient dazu, bei radikaleren Palifreunden das Narrativ zu verbreiten, El Ghazi sei ein Gutmensch, der von skrupellosen Fussballfunktionären zur Strecke gebracht worden sei, um ihn mundtot zu machen und erfahre jetzt zum Glück das ihm zustehende Recht.
Ich gehe mal davon aus, dass das Foto von ihm in der AZ aktuell ist. Da sah in keinster Weise so aus, als ob er zur Strecke gebracht worden wäre. Sondern eher bei guter Gesundheit und bester Laune. Das wäre ich auch, wenn ich erfahre, dass ich 1,5 Mio. Euro behalten darf und gute Aussichten auf weitere 1,2 Mio. Euro habe. Da geht zwar noch was ab für Anwaltskosten und Steuern, unterm Strich wird wohl was übrig bleiben. Ist ja auch nicht unwichtig für einen 30jährigen Profifussballer, der kein Torwart ist.
Anzeichen für eine Mundtotheit kann ich auch nicht erkennen. Sein Anwalt geht im Zweifel doch durch alle Instanzen. Bei letzten Gerichtstermin gab es außerdem ein Foto von ihm und Stefan Hofmann, wie sie ich zivilisiert die Hand geben, anscheinend bei der Begrüßung. Das passt nicht ins Bild eines skruppellosen Fussballfunktionärs.
Wenn irgendjemand daraus ein ganz anderes Narrativ verbreiten wollen würde, kann man die Personen wohl kaum davon abhalten. Aber es wäre das diametrale Gegenteil zu dem, wie es sich gegenwärtig darstellt.
Dass das ganze Thema unangenehm ist, ist klar. Das sind solche rechtlichen Auseinandersetzungen meistens. Insbesondere wenn es vor Gericht geht. Das ist aber nicht nur dann so, wenn es um Profifussballer geht. Das geht Oma Erni genauso, wenn sie sich mit ihrer Krankenkasse um den Pflegegrad streitet.