Probleme des Fussballs (Rund um Fußball)

Stege90 @, Montag, 20.01.2020, 14:58 (vor 37 Tagen)

Im Spieltagsthread wurde sich ja erneut über den Zuschauerschwund "beschwert". Ich habe für mich persönlich mal hinterfragt, wieso auch bei mir das Interesse an Mainz 05 immer mehr schwindet.

Der „moderne“ Fußball zerstört für mich die Seele dieser eigentlich so tollen Sportart. Da kann Mainz 05 gar nicht so viel für.
Spätestens seit den football leaks-Veröffentlichungen ist mir klar geworden, wie chancenlos wir Fans doch sind. Sei es DFB, DFL, Spielerberater, Spieler, UEFA und auch die FIFA, überall entscheidet das Geld. Es geht einzig allein um Gewinnmaximierung. Ausnahmen bestätigen die Regel, halten das ganze aber nicht auf.

Der Fisch fängthier vom Kopf an zu stinken. Überlegen wir uns mal, was die FIFA für eine Macht hat. Sie hat direkten Zugriff auf die Weltpolitik. Alle möglichen Geldgeber dürfen investieren. Mittelherkunft spielt keine Rolle. Nach Blatter dachte man es kann nur noch bergauf gehen, weit gefehlt. Der Reformer Infantino hat ganz schnell verstanden wie er an der Macht bleiben kann. Die FIFA ist durch und durch korrupt. Die Politik will oder kann hier nichts ausrichten. Da braucht es schon die höchsten Strafverfolgungsbehörden, wie zB CIA, damit irgend etwas aufgedeckt wird. Wird einer überführt, ersetzt man ihn aber einfach durch ein neues Äffchen.
Das ganze System Fußball ist krank. Es gibt kein Limit, solange es ums Geld geht. Mafiöse Strukturen sind keine Seltenheit.

Die UEFA hätte als starker Verband die Möglichkeit da gegenzusteuern, aber auch da sieht es nicht anders aus. Gewinnmaximierung steht über allem. Immer mehr Wettbewerbe und Spiele, gar eigene Ligen sind in Planung. Hauptsache es lässt sich mehr Geld verdienen. Da nützt es auch nichts, dass Klopp sich regelmäßig darüber beschwert. Auch wenn Trainer und Spieler von dem ganzen profitieren, sind sie letztendlich nur die Gefängnisinsassen. Weißt du als Gefangener wie das Spiel läuft, kannst auch du deine Gewinne maximieren (Gewinne fiktiv in Steuerparadiese verschieben).
Wir Fans sind das dumme Fußvolk, das zu bezahlen hat, was einem vorgesetzt wird. Die Spieler sind Steuerhinterzieher? Messi, Ronaldo und unzählige weitere Stars bescheißen ein armes Spanien mit einer hohen Jugendarbeitslosigkeit? Die spanischen Vereine schulden hunderte Millionen an Steuern? Egal, der so saubere FC Barcelona (mes que un club; jahrelang gratis Triktotwerbung für unicef) bezahlt Messi sogar noch die Strafe für die Steuerhinterziehung.

Beim DFB wundert man sich tatsächlich warum die Kunden nicht die Heimspiele besuchen. „Die Mannschaft“, #ZSMMN, Anstoßzeiten und Ticketpreise haben vieles zerstört. Ich glaube auch nicht, dass die 15 € Stehplätze jetzt alles wieder gut machen. Es ist gut, weil so auch wieder die jüngeren Leute ihre Stars sehen können, aber auch nur ein Anfang. Bei der Übersättigung an Fußball wüsste ich nicht, warum ich mir persönlich ein Spiel „der Mannschaft“ anschauen sollte. Die Spieler nutzen Länderspielpausen lieber um ihre Blessuren auszukurieren bzw. um überhaupt mal eine Pause zu bekommen. Wir Fans aber sollen jeden Tag Fußball gucken, möglichst auch mehrere Spieler hintereinander.

Die ganzen oben geschilderten „Probleme“ halten immer mehr Einzug in den deutschen Fußball. Als aktuelle Extreme sind da RB, aber auch die Hertha zu nennen. Investoren, die teils gar keine Ahnung von Fußball haben, sehen nur das Geld und die unbegrenzten Möglichkeiten im Fußball. Diesen Weg werden nach und nach immer mehr „Vereine“ gehen, so dass man am Ende mitzieht oder von der Landkarte verschwindet.

Um die Kurve zurück zu Mainz zu bekommen. Mainz 05 ist noch ein normaler Verein, ohne externen Großsponsor. Wir können uns noch glücklich schätzen. In 10 Jahren blicken wir vielleicht zurück und weinen dieser schönen Zeit nach.
Warum ist meine Leidenschaft für Mainz 05 in den letzten Jahren also immer mehr gestorben? Weil ich für mich persönlich realisiert habe, dass Mainz 05 nichts ausrichten kann, um den Fußball zu retten. Die handelnden Personen leisten gute Arbeit und geben ihr Bestes. Letztendlich geben aber FIFA und UEFA die Regeln vor.
Ich habe mittlerweile eine Liebe für den American Football entwickelt. Der salary cap (jedes Team hat das selbe maximale Gehaltsbudget zur Verfügung) und der jährliche Draft (schlechtestes Team darf sich den besten College-Spieler aussuchen) sorgen dafür, dass nicht Geld allein den Sport regiert. Gute Arbeit wird belohnt, schlechte bestraft. Die Saison erstreckt sich von September bis Anfang Februar. Dazwischen sind 6-7 Monate "Pause". Man freut sich auf jedes der 16 Saisonspiele (plus evtl 3-4 Playoff-Spiele) seines Teams.

(1/2 - max 5.000 Zeichen)

Probleme des Fussballs

Stege90 @, Montag, 20.01.2020, 14:58 (vor 37 Tagen) @ Stege90

(2/2)

Das alles sind nur meine Gedanken und Gefühle, ich kann mir aber vorstellen, dass viele der oben genannten Probleme auch bei anderen Fans vieles zerstört haben. Mainz 05 persönlich kann da nichts für. Durch die ganzen Probleme im System Fußball hat jedoch mein Interesse im allgemeinen an dem Sport nachgelassen. Vor Jahren habe ich nahezu jedes Bundesligaspiel geschaut. Mittlerweile schau ich nur noch die Mainz-Spiele und die absoluten Top-Spiele, wobei es mir auch tatsächlich egal ist ob Bayern, Dortmund oder RB Meister wird. Die spielen geldtechnisch alle in einer eigenen Liga und dürften für mich gerne die Bundesliga verlassen.

Da ich also keine Chance sehe, dass der Fußball sich selbst reinigt, gibt es glaube ich nur eine Möglichkeit den Sport zu retten, denn der ist grds immer noch wunderbar: Ein neuer Verband a la FIFA/UEFA. So wie Fans aus Frustration eigene Vereine gegründet haben (FC United Manchester, HFC Falke), muss es vermutlich auch hier laufen.
Ergeht es euch vielleicht ähnlich? Habt Ihr Erklärungen, Lösungsansätze? Oder erging es jemandem schon mal ähnlich, es hat sich aber wieder "gebessert"?

Probleme des Fussballs

MPO @, Fürth, Montag, 20.01.2020, 15:17 (vor 37 Tagen) @ Stege90

Das, was du da schreibst, spielt auf jeden Fall eine große Rolle. Vermutlich auch, weil man heutzutage sehr viel mehr von der Ungerechtigkeit und Scheisse in der gesamten Welt mitbekommt - entweder, weil es heute beschissener denn je zugeht, oder (wahrscheinlicher) weil man dank Internet & Co. mehr davon mitbekommt. Und da muten dann solche Fabelgehälter und Transfersummen im Fußball wirklich krank an (zurecht). Siehe jetzt mal aktuell Australien. Promis werden gefeiert für 100.000$ Spende, während Lionel Messi dafür sich gerade mal die Schuhe zubindet. Und schon gar nicht daran denkt, was davon zu spenden.


Und um meinen Gedanken aus dem anderen Thread noch mal umzuformen und klarer zu machen:

Ich denke, es spielt auch rein, dass wir ein etablierter Teil der Bundesliga sind. Wir haben praktisch in jedem Verein einen ehemaligen Spieler, Trainer oder Manager bei uns, entweder aktuell oder vor kurzem aktiv. Und können uns dann quasi vergleichen. Und wir vergleichen dann gerne das Mainz 05 dieses Spieltags (und der letzten Jahre) mit dem heutigen Hoch eines dieser Vereine. Gewinnen Schmidts Augsburger, stellt man verdrossen fest, das man das doch auch haben könnte. Grüßen Roses Gladbacher von der Tabellenspitze, denkt man sich, dass der auch uns trainieren (und zum Tabellenführer machen könnte). Und da wir 10-12 Vereine in der Bundesliga haben, wo wir eben "einen von uns" haben, finden wir an jedem Spieltag einen 05-Ableger, bei dem es gerade gut läuft.

Ich denke, das trübt auch sehr stark den Eindruck, den man von Mainz 05 so hat. Wir haben da eine ruhige, seriöse Chef-Etage, die öffentlich eigentlich nie (oder wenn: recht langweilig) was sagt. Der Manager feuert nirgendwohin Giftpfeile, der Trainer ist seriös und die Mannschaft skandalfrei. Wir spielen einen flotten Fußball, der aber nicht immer von Erfolg gekrönt ist.

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Probleme des Fussballs

pattymainz05 @, Montag, 20.01.2020, 15:28 (vor 37 Tagen) @ MPO

Schon richtig, aber warum ist dann bei anderen Vereinen der Zuschaueraderlass nicht so auffällig?

Probleme des Fussballs

Eif, Montag, 20.01.2020, 15:38 (vor 37 Tagen) @ pattymainz05

Schon richtig, aber warum ist dann bei anderen Vereinen der Zuschaueraderlass nicht so auffällig?

Nun, wir sind kein "Traditionsverein", wo die Fans seit 5 Generationen kreisrunder DNA ins Stadion pilgern. Wir hatten 15 Jahre lang ein unglaubliches Wachstum, getragen von einem Hype. Jetzt normalisiert sich das Ganze, die Eintracht hat in den letzten 2 - 3 Jahren vermutlich erfolgreicheren Fußball gespielt und zieht Laufkundschaft ab, ich kann aus privaten Gründen erst in zwei bis 3 Jahren wider regelmäßig ins Stadion gehen.....

Probleme des Fussballs

MPO @, Fürth, Montag, 20.01.2020, 15:39 (vor 37 Tagen) @ pattymainz05

Schon richtig, aber warum ist dann bei anderen Vereinen der Zuschaueraderlass nicht so auffällig?

Bei den "älteren" Vereinen einfach, weil man das schon gewohnt ist. Da ging halt schon der Opa ins Stadion, das prägt sich durch. Und die bringen dann halt auch mal Kind, Kumpel etc. mit und das stoppt das einfach mehr.

Zudem auch: Die meisten anderen Vereine sind aufregender. Nimm mal den HSV. Oder Schalke. Mal oben, mal unten - da wirds nicht wirklich langweilig. Ein geiler Abstiegskampf kann auch die Nähe zum Fan binden. Zumindest mehr als ein Klassenerhalt, den man 3 Spieltage vor Saisonende schon recht problemlos gesichert hat. "Cool" sind wir sportlich ja auch nicht mehr unbedingt. Wir haben jetzt kein spannendes deutsches Talent im Kader, die ansonsten coolen Spieler sind schon recht fest für nen Abgang in 1-2 Jahren eingebucht...

Nur zur Sicherheit: Es gibt halt nicht DEN Grund. Aber ich denk mal, das mit FIFA/Finanzen und diese falschen Vergleiche machen schon einiges aus.

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Probleme des Fussballs

Lerche51, Montag, 20.01.2020, 15:57 (vor 37 Tagen) @ pattymainz05

Schon richtig, aber warum ist dann bei anderen Vereinen der Zuschaueraderlass nicht so auffällig?

Sieh‘s mal so: Mainz hat ca 210T Einwohner. Davon sind ca 10%+ bei den Heimspielen. Kein schlechter Wert, finde ich. Bei der SGE sind‘s weniger (ca 50T im Stadion von ca 730T Einwohnern). Ergo: Unser Stadion ist zu groß, das der SGE zu klein. ;-)

Aber mal ehrlich: Wir pendeln uns auf ein für Mainz normales Niveau ein. Und vergessen darf man auch nicht, dass vor nicht allzu langer Zeit einige jetzige 05-Fans noch der SGE oder dem Verein aus der Pfalz zugejubelt haben.

Probleme des Fussballs

Meenzer, Montag, 20.01.2020, 16:13 (vor 37 Tagen) @ Lerche51


Sieh‘s mal so: Mainz hat ca 210T Einwohner. Davon sind ca 10%+ bei den Heimspielen. Kein schlechter Wert, finde ich. Bei der SGE sind‘s weniger (ca 50T im Stadion von ca 730T Einwohnern). Ergo: Unser Stadion ist zu groß, das der SGE zu klein. ;-)

Wusste gar nicht dass man nur ins Stadion kommt, wenn man innerhalb des Stadtbezirks wohnt. Endlich kein Wiesbadener mehr als Sitzplatznachbar!

Probleme des Fussballs

Milestone-Mainz, Montag, 20.01.2020, 18:42 (vor 37 Tagen) @ Lerche51

Schon richtig, aber warum ist dann bei anderen Vereinen der Zuschaueraderlass nicht so auffällig?


Sieh‘s mal so: Mainz hat ca 210T Einwohner. Davon sind ca 10%+ bei den Heimspielen. Kein schlechter Wert, finde ich. Bei der SGE sind‘s weniger (ca 50T im Stadion von ca 730T Einwohnern). Ergo: Unser Stadion ist zu groß, das der SGE zu klein. ;-)

Noch krasser wird das mit der alten Tante aus Berlin.

Probleme des Fussballs

Alcatraz05, Montag, 20.01.2020, 16:13 (vor 37 Tagen) @ pattymainz05

Schon richtig, aber warum ist dann bei anderen Vereinen der Zuschaueraderlass nicht so auffällig?

Unter Anderem ist das bestimmt auch auf den theoretischen "Zuschauerpool" = Einwohnerzahl des Einzugsgebietes zurück zu führen und dies in Kombination der Lebensumstände plus Größe des Stadions (Kartenverfügbarkeit)

Diejenigen (so wie ich), die beim (ersten) Aufstieg dabei waren und anschließend im Bruchweg gefeiert und geile Spiele erlebt haben, sind inzwischen einfach älter geworden. Man heiratet, wird Eltern, zieht wegen des Berufes vielleicht noch weiter weg und die Prioritäten verschieben sich.
Unter Anderem auch, was das Geld-Ausgeben für einen Stadionbesuch angeht.

Da sucht man sich die Spiele eben aus, ist spontaner, holt sich deshalb auch keine Dauerkarte (auch weil das Stadion groß genug ist, um in meisten Fällen an der Tageskasse noch eine Karte kaufen zu können) oder nimmt sich ein Sky-Abo, um Spiele sehen zu können und hat weniger Kosten und keine Anfahrt, ist zu Hause bei den Kindern usw.

Das Einzugsgebiet ist dann einfach nicht groß genug, um dies Alles kompensieren zu können. Und ja, da sind dann auch ehem. SGE und FCK-Fans dabei (wie auch immer das gehen soll, kapier ich nicht)

Soweit meine Sicht der Dinge, zum Zuschauerschwund.

Zur Nationalelf:
Die interessiert mich kaum noch. Bei RTL habe ich noch kein einziges Spiel gesehen, bei der letzten WM auch nicht Alle (Deutschen). Die Spielweise macht mich nicht an, die handelnden Personen ebenfalls nicht. Ist mit zu steril, zu....ich weiß nicht.
Ja, auch wegen des komischen #DieMannschaft #ZSMMN - Zeugs.
Das ist mir Alles zu viel.

Probleme des Fussballs

ulis05, Montag, 20.01.2020, 18:25 (vor 37 Tagen) @ Alcatraz05

So ähnlich ist es bei mir auch.
Dazu kommt aus meiner Sicht noch:

dass der Fußball der in den letzten 3-5 Jahren in Mainz gespielt wurde mich nicht wirklich mitgenommen hat. Ich erkenne aktuell aber wieder Tendenzen in die (meiner Meinung nach) richtige Richtung.

Ausserdem sind wir im 11ten Jahr in der BL. Ich kann mich an Zeiten erinnern, in denen ich gesagt habe "Wenn wir nur einmal in der BL spielen würden, ach wäre das geil".

Aktuell wird Erfolg offensichtlich anders definiert als vor 10 Jahren.

Wir jammern auf hohem Niveau. Gerade gegen den SCF habe ich mich mit meinem Trauzeugen und langjährigen DK-Mitgeher gezofft. Der hat nämlich die ganze Zeit nur über unser Team gemeckert (Unvermögen, Dumm, Slapstick, ...) Dabei fand ich uns garnicht schlecht, nur leider zu ineffektiv und Schwolow stark.

Im Bruchweg wären alle Spiele ausverkauft gewesen.Das macht alleine von der Aussage her schon was her.

Übersättigung bzgl Fußball. Früher war ich als Bub froh, wenn ich samstag 15.30 Uhr Fußball hören durfte und in der Sportschau mein Team (BMG) kam. Heute kann ich jederzeit überall wissen wie es gerade steht. Dann ists nix besonderes mehr.

Allerdings habe ich noch eine DK.

Wieviel die auf dem Platz verdienen ist mir eigentlich egal

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Ich geh (n)immer nuff

Probleme des Fussballs

Al76, Montag, 20.01.2020, 16:16 (vor 37 Tagen) @ pattymainz05

Ich würde es mal auf den fehlenden Erfolg zurück führen. Wir sind jetzt in der vierten Saison, dass wir im hinteren Mittelfeld spielen. Wo ich uns mit unseren Voraussetzungen eigentlich auch sehe.

Probleme des Fussballs

MPO @, Fürth, Montag, 20.01.2020, 16:19 (vor 37 Tagen) @ Al76

Ich würde es mal auf den fehlenden Erfolg zurück führen. Wir sind jetzt in der vierten Saison, dass wir im hinteren Mittelfeld spielen. Wo ich uns mit unseren Voraussetzungen eigentlich auch sehe.

Jupp. Und wir sind da nicht mal irgendwie "dramatisch" unterwegs. Wir gewinnen halt so alle 3-4 Spiele mal, dadurch halten wir uns irgendwie ein Stück weit über dem Niveau, wo man fest den Abstieg eingebucht hat. Anders als bspw. Köln momentan, die erst mal nix auf die Kette bekommen haben und dann 4 mal hintereinander gewinnen.

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Al76, Montag, 20.01.2020, 16:33 (vor 37 Tagen) @ MPO

Eben, das Dramatische fehlt halt momentan. Ich glaub nicht, dass ohne die beiden verpassten Aufstiege in letzter Minute die Euphorie so groß gewesen wäre.

Probleme des Fussballs

Reppichauer @, Dessau, Montag, 20.01.2020, 20:07 (vor 37 Tagen) @ Al76

Eben, das Dramatische fehlt halt momentan. Ich glaub nicht, dass ohne die beiden verpassten Aufstiege in letzter Minute die Euphorie so groß gewesen wäre.

Genau. Das war's bei mir jedenfalls. Natürlich gepaart mit den Eindrücken von diesem unglaublichen Kloppo. Und das korrekte Auftreten der Mainzfamilie gegen den ganzen ideologischen Scheiß in der Welt und für soziale/menschliche Anliegen und die Mara und manche Ultra-Aktionen und dass mir einer von den Metzgern auf'm Hertha-Klo gesagt hat, dass ihm mein Rumbrüllen positiv aufgefallen ist und überhaupt. Fastnacht.

Überall erzähle ich hier zuhause (im tiefsten Sachsen-Anhalt) rum, dass man nicht unbedingt zu St. Pauli fahren muss, um feine Leute zu treffen. Es gibt auch sympatischen Weintrinkerpöbel.

Vielleicht ist das noch Spielraum nach oben: Leute weitab der Heimat für unseren Verein zu gewinnen. Frisches Blut reinlassen.

Dass man den Riesenkommerzrummel nicht mehr heilen kann, ist klar. Aber immer mal reinspucken und die richtigen Sachen verstärken, das ist doch wichtig. Schön, wenn nebenher auch immer mal geiler Fußball läuft und das eine oder andere Spiel gewonnen wird. Mehr erwarte ich nicht. Aber ich lasse mich gern überraschen. Bei so wenigen Heimzuschauern sollte doch bald ein Pyro-Bereich drin sein, oder?

Köpfe hoch! Wir brauchen doch keinen Dreck fressen ...

Probleme des Fussballs

ulis05, Montag, 20.01.2020, 18:26 (vor 37 Tagen) @ Al76

Erfolg ist eine Frage der Definition. Es gab Zeiten, da wäre das ein riesen Erfolg gewesen und ich wäre vor Freude rumgesprungen

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Ich geh (n)immer nuff

Probleme des Fussballs

Al76, Dienstag, 21.01.2020, 07:55 (vor 37 Tagen) @ ulis05

Also für mich ist es immer noch ein Erfolg, dass wir jetzt 11 Jahre in Folge erste Liga spielen. Wir werden ja auch immer verglichen mit Frankfurt, Augsburg, Freiburg, Hertha, Köln etc. Wer von denen ist denn schon so lange ununterbrochen dabei? Und das teilweise mit Voraussetzungen, die besser sind als unsere.

Probleme des Fussballs

Eif, Dienstag, 21.01.2020, 09:12 (vor 37 Tagen) @ Al76

Also für mich ist es immer noch ein Erfolg, dass wir jetzt 11 Jahre in Folge erste Liga spielen. Wir werden ja auch immer verglichen mit Frankfurt, Augsburg, Freiburg, Hertha, Köln etc. Wer von denen ist denn schon so lange ununterbrochen dabei? Und das teilweise mit Voraussetzungen, die besser sind als unsere.

So ist es.
Bei uns wird einfach auf einen extrem hohen Niveau gejammert,
Alles über Abstiegskampf in der 2. Liga ist Luxus.
Ich arbeite in Offenbach, die haben Grund zum Jammern :-).

Letzten Endes ist mir die Liga Egal, ich möchte im Stadion Mainz 05 sehen, es ist unerheblich wer auf der Gegenseite rumstolpert.

Probleme des Fussballs

MPO @, Fürth, Dienstag, 21.01.2020, 09:17 (vor 37 Tagen) @ Al76

Also für mich ist es immer noch ein Erfolg, dass wir jetzt 11 Jahre in Folge erste Liga spielen.

Ist es auch. Aber wir haben halt so klassische Wohlstandsprobleme, weswegen wir sowas nicht schätzen. Das ist halt auch ein Spiegelbild von Deutschland (oder der sogenannten westlichen Welt im allgemeinen). Man sitzt da morgens unter seinem stabilen Dach, holt sich nen Kaffee aus der Maschine, ist mit einer leichten Erkältung zuhause krankgeschrieben und schimpft dann, dass die Welt so furchtbar ist und die Merkel weg muss.

Früher hatts mehr Lametta.

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Probleme des Fussballs

Jammerlappe, Buxtehude, Dienstag, 21.01.2020, 09:26 (vor 37 Tagen) @ MPO

Also für mich ist es immer noch ein Erfolg, dass wir jetzt 11 Jahre in Folge erste Liga spielen.


Ist es auch. Aber wir haben halt so klassische Wohlstandsprobleme, weswegen wir sowas nicht schätzen. Das ist halt auch ein Spiegelbild von Deutschland (oder der sogenannten westlichen Welt im allgemeinen). Man sitzt da morgens unter seinem stabilen Dach, holt sich nen Kaffee aus der Maschine, ist mit einer leichten Erkältung zuhause krankgeschrieben und schimpft dann, dass die Welt so furchtbar ist und die Merkel weg muss.

Früher hatts mehr Lametta.

Kulturpessimist aus Prinzip?

Probleme des Fussballs

Al76, Dienstag, 21.01.2020, 10:31 (vor 36 Tagen) @ Jammerlappe

Pessimisten gibt es hier mehr als genug

Probleme des Fussballs

ulis05, Dienstag, 21.01.2020, 22:04 (vor 36 Tagen) @ Al76

Pessimisten gibt es hier mehr als genug

Wenn Du das mal nicht zu pessimistisch siehst...

Ich habe mir jedenfalls vorgenommen mich nicht mit runter ziehen zu lassen. Ich fand das am Samstag über weite Strecken attraktiven Fußball von uns. Es war der Wille zu erkennen und sie haben viel versucht. DAS fand ich gut. Ergebnis nicht. Ich hoffe aber, dass sich die Ergebnisse schnell der Leistung anpassen und nicht umgekehrt!

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Ich geh (n)immer nuff

Probleme des Fussballs

Al76, Mittwoch, 22.01.2020, 08:03 (vor 36 Tagen) @ ulis05

Ich lass mich auch so schnell nicht runter ziehen. Aber das Geflenne hier von einigen ist manchmal schon ziemlich anstrengend.

Probleme des Fussballs

Jammerlappe, Buxtehude, Dienstag, 21.01.2020, 08:31 (vor 37 Tagen) @ Stege90
bearbeitet von Jammerlappe, Dienstag, 21.01.2020, 09:29

Inhaltlich komplett schlüssig. Zwei Sachen:
1. Gegen Gewinnmaximierung an sich ist nichts einzuwenden. Aber nicht mit verbrecherischen Methoden.
2. Die CIA ist ein Nachrichtendienst, keine Strafverfolgungsbehörde.

Probleme des Fussballs

kamzeglabe, Montag, 20.01.2020, 17:07 (vor 37 Tagen) @ Stege90

Probleme des Fussballs-Rückfrage Zählweise?

tachzusammen @, Montag, 20.01.2020, 19:54 (vor 37 Tagen) @ Stege90

Kurze Frage: ich hatte vor längerer Zeit gelesen, dass bei der Zuschauerzahl 'No shows' nicht mehr mitgezählt werden. Zumindest hatte es sich so angehört, dass nur die anwesenden DK Besitzer gezählt werden. Stimmt das? Dann wäre ja auch das ein Faktor für niedrigere Zuschauerzahlen.
Werden denn bei normalen Tickets (also nicht DK) auch nur die anwesenden oder die verkauften Tickets gezählt? Machen das die anderen Vereine auch so?
Danke, vg

Probleme des Fussballs

MNF, Montag, 20.01.2020, 20:37 (vor 37 Tagen) @ Stege90

Meiner bescheidenen Meinung nach hat sich aber auch das Spiel als solches immer mehr zum negativen verändert. Habs früher noch richtigen Kampf und fetzereien auf dem Feld wird sich heute Minuten nach einem Trikotzupfer das Gesicht gehalten und auf dem Rasen rum gewälzt. Im Vergleich zu anderen Sportarten geht da einem mit der Zeit schon die Lust verloren sich das anzugucken. Handball, Eishockey ect. Sind da einfach bei weitem attraktiver. Mangelnder Respekt ggü. dem Schiedsrichter ist da das nächste Thema.

Zudem versteht man auch einige Entscheidungen von hoch offiziellen nicht. Handspiel? Kann wahrscheinlich kaum einfach,klar und Ssicher definieren. Die „größte Veränderung der letzten 100 Jahre“ (VAR) wurde einfach schnell schnell eingeführt und jetzt von Spieltag zu Spieltag durchgepeitscht. Weniger Diskussionen gibt es dadurch nicht, weniger Fehlentscheidungen vielleicht (zumindest wenn man der offiziellen Statisik vertraut) aber der Sport hat einfach an Emotionen verloren. Fußball ist eben einfach nicht der richtige Sport dafür.

Ganz ehrlich, wenn ich nicht wahnsinnig Verrückt nach diesem Verein und meinen Mitmenschen die mich zu ihm begleiten wäre, würde mich die Sportart Fußballwahrscheiblich keine 3 mal im Jahr vor den Fernseher ziehen.

Berücksichtigen muss man mmn aber auch dass wir irgendwie aktuell einfach eine absolut bescheidene Zeit durch machen, das Freiburg Spiel war kein schlechtes, das Ergebnis am Ende unglücklich. Trotzdem fühlt es sich für mich richtig beschissen an, richtig erklären kann ich das nicht.

Probleme des Fussballs

Schwan05, Montag, 20.01.2020, 21:54 (vor 37 Tagen) @ Stege90

würde dir in vielem zustimmen in 2 Sachen bin ich jedoch deutlich anderer Meinung

1.) Mainz05 hätte versuchen können etwas dagegen zu tun. Auch wenn ohne Erfolgsaussicht, hätte man doch weiterhin die "Gallier" Mentalität aufrecht erhalten können. Sieht man ja so ein bißchen bei Union. Mainz05 hat allerdings alle beschissenen Neuerungen der letzte Jahre brav mitgetragen (Mo Spiele, VAR, etc.)

2.) NFL ist Scheiße. Kein Abstieg, kein Aufstieg, Teams werden hin und her verpflanzt. Das wäre ja wie eine Bundesliga mit 18 RB Leipzig. Dazu ein Sport der maßgeblich vom US Militär unterstützt wird. ZUM KOTZEN

Probleme des Fussballs

kostemer, Dienstag, 21.01.2020, 08:26 (vor 37 Tagen) @ Stege90

Die von Stege angesprochenen Punkte sehe ich schon ähnlich. Speziell bei Mainz 05 kommt dann noch dazu dass wir es trotz der Erfolge mit Tuchel und Schmidt auch im neuen Stadion nicht geschafft haben eine langfristige Bindung der neu gewonnenen Fans herzustellen. Vor allem bemerkt hatte man das meiner Meinung nach bei der Euroleague. Jeder hat am Ende der Saison das Europapokal Lied gesungen und am Ende war das Stadion bei den Spielen in der Gruppenphase, trotz reduzierter Kapazität, nicht annähernd voll. Das war und ist für mich unbegreifbar. Aber es zieht sich bis heute durch. Wenn überhaupt sind die Spiele gegen Dortmund und Bayern ausverkauft. Nicht mal gegen Frankfurt wird die Bude voll. Und das obwohl die ein Haufen an Fans mitbringen.

Woran liegt das? Hier meine ungeordnete Liste an Gründen:

- Fußball ist kaputt (die Punkte von Stege bezüglich FIFA, DFB, VAR etc.) Das hat uns früher nie interessiert und diese Entwicklung hat auch schon vorher eingesetzt. Das kann also nicht alles sein
- Fehler im Verein bezüglich Image. Das „Karnevalsimage“ hätte man durchaus auch im neuen Stadion noch pflegen können. Ich fand das immer gut aber man wollte sich gefühlt lange davon entfernen. Erst jetzt geht man mit Fastnachtssitzung und Trikot wieder in diese Richtung. Leider wirkt das immer etwas aufgesetzt
- Wir haben am Ende unter Schmidt und unter Schwarz leider keinen „Mainz 05“ Fußball à la Kämpfen bis zum Umfallen gespielt. Dies hat dazu geführt, dass dieses Gefühl auch auf der Tribüne verloren gegangen ist. Viele langjährige Dauerkartenbesitzer (auch noch aus Bruchwegzeiten) aus meinem Bekanntenkreis haben ihre DK mittlerweile abgegeben und gehen nur noch gelegentlich hin. Das wiederum führt dazu, dass die Stimmung weiter abbaut bzw. führt zum nächsten Punkt
- Die Ultras, so schwer sie es mit ihrem Stimmungsanspruch bei den vielen kampflosen Spielen haben/hatten, haben den von ihnen vorgegebenen Support mittlerweile in eine Richtung bewegt die nicht wirklich mitreißt. Die wirklich (großteils) schlechten Texte die viel zu langsam und zu lange gesungenen Dauerschleifen sind wirklich unaushaltbar geworden. Wie gesagt, ich denke diese Entwicklung ist ein Stück weit unbewusst und -gewollt passiert und jetzt sind sie dort so gefangen dass es schwer wird wieder rauszukommen.
- Auch dazu beigetragen hat die Transferpolitik des Vereins. Ja, wir haben in den letzten Jahren immer gute Spieler eingekauft und teuer wieder verkauft. Aber: es fehlen die (vielleicht technisch etwas limitierteren) Kämpfer. Ein Karhan, ein Pospech, ein Donati, ein de Blasis, ein Noveski. Das waren vielleicht nicht unbedingt die besten Fußballer, aber die Leute haben sie geliebt. Wir brauchen hin und wieder Spieler die keine „Spekulationsobjekte“ auf dem Transfermarkt sind, sondern die sich mit ach und krach in der Mannschaft festbeißen und eher über den Kampf kommen.

Probleme des Fussballs

Jammerlappe, Buxtehude, Dienstag, 21.01.2020, 08:46 (vor 37 Tagen) @ kostemer
bearbeitet von Jammerlappe, Dienstag, 21.01.2020, 08:52

- Auch dazu beigetragen hat die Transferpolitik des Vereins. Ja, wir haben in den letzten Jahren immer gute Spieler eingekauft und teuer wieder verkauft. Aber: es fehlen die (vielleicht technisch etwas limitierteren) Kämpfer. Ein Karhan, ein Pospech, ein Donati, ein de Blasis, ein Noveski. Das waren vielleicht nicht unbedingt die besten Fußballer, aber die Leute haben sie geliebt. Wir brauchen hin und wieder Spieler die keine „Spekulationsobjekte“ auf dem Transfermarkt sind, sondern die sich mit ach und krach in der Mannschaft festbeißen und eher über den Kampf kommen.

!!!

Edit: Die Sehnsucht nach einem Spielertyp wie Schnatterer oder Gomez (Atalanta) ist definitiv bei mir auch da.

Probleme des Fussballs

Nope @, Dienstag, 21.01.2020, 11:51 (vor 36 Tagen) @ kostemer

Dem oben kann man nur Zustimmen.

Ein Mainzer Sonderfaktor wurde auch schon erwähnt, ist aber aus meiner Sicht fast entscheidend.
Kleine Stadt mit wenig Fusballtradition und die Fans aus den frühen Nullern (also viele von uns hier) sind heute Eltern und stehen präzise Mitten in ihrem Arbeitsleben (zw 40 und 50). Da gibt es halt andere Prioritäten.

Probleme des Fussballs

strombergbernd, Gaberschlaberschem, Dienstag, 21.01.2020, 12:19 (vor 36 Tagen) @ Nope

Ein Mainzer Sonderfaktor wurde auch schon erwähnt, ist aber aus meiner Sicht fast entscheidend.
Kleine Stadt mit wenig Fusballtradition und die Fans aus den frühen Nullern (also viele von uns hier) sind heute Eltern und stehen präzise Mitten in ihrem Arbeitsleben (zw 40 und 50). Da gibt es halt andere Prioritäten.

Genau so isses. Früher gabs nichts wichtigeres als bloß kein Heimspiel verpassen. Eher wurden andere Termine verlegt. Oder wie es ein prominenter Kiggesianer mal beschrieben hat: die Heimspiele am Sonntag hat man besucht, weil man sonst nichts anderes vorhatte und Kaffeetrinken mit den Eltern nicht immer so der Brüller war.

Aber jetzt hat man halt selbst Familie, ist auf Arbeit genug eingespannt usw. Dann langt das schon und man will/kann sich nicht auch noch beim Fußball engagieren. Zeitlich wie emotional.

--
"He is not my president!" (Henry Kissinger über Richard Nixon)
"Das Wurstbrot ist eine Kulturkonstante." (Jochen Malmsheimer)
"Wir wissen nicht genau, wo dieser Pfad hinführt, und ich glaube, es ist uns auch egal." (Bob Ross)

Probleme des Fussballs

Jammerlappe, Buxtehude, Donnerstag, 23.01.2020, 10:32 (vor 34 Tagen) @ Nope

Dem oben kann man nur Zustimmen.

Ein Mainzer Sonderfaktor wurde auch schon erwähnt, ist aber aus meiner Sicht fast entscheidend.
Kleine Stadt mit wenig Fusballtradition und die Fans aus den frühen Nullern (also viele von uns hier) sind heute Eltern und stehen präzise Mitten in ihrem Arbeitsleben (zw 40 und 50). Da gibt es halt andere Prioritäten.

Ich bin erst 38, aber der Suff hat mein leben zerstört.

Hans Maulwurf

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