Mein Rückblick zum Internationalen FSV 25/26 Teil 3/3 (Rund um Fußball)

55122 05-erJung', Friday, 24.04.2026, 10:20 (vor 25 Tagen) @ 55122 05-erJung'

Das Spiel in Straßburg in der letzten Woche bildete dann den Höhepunkt der Mainzer Reiseaktivitäten. Trotz kleinem Kartenkontingent (etwa 2.000 Karten gingen in den offiziellen Verkauf), fanden sich gut und gerne 5.000 Mainzer in Straßburg ein. Schon vor dem Spiel, zu dem ich mit dem Zug anreiste, grüßte man in der Innenstadt mit „Gude“ oder „Mainzaaa“ die anderen rot-gekleideten Nullfünf-Fans. Vom Place d‘ Austerlitz, Treffpunkt der Fans, ging es im Fanmarsch eine gute Stunde zum Stade de Meinau. Dort trennte sich der Marsch: viele liefen dann entweder in Richtung Gästebereich bzw. ins übrige Stadionrund, nach ausgiebigen Diskussionen mit der örtlichen Sicherheit…
Ich hatte relativ kurzfristig noch eine Karte für den Heimbereich von Racing erwerben können. Man ist es als Nullfünfer gewohnt, dass die großen Fanszenen in Mainz auch außerhalb des Gästeblocks Karten erhalten (wie auch immer). Wenig begeistert ist man da, wenn diese Fans sich respektlos verhalten und die Gastfreundschaft ausnutzen. Daher wählte ich „casual-Look“ und statt „Rot“ gedeckten Kleidungsstil. Das sollte sich auch bewähren, denn während auf der Südtribüne doch größere rote Farbfelder zu sehen waren, dominierte „Blau“ in meiner unmittelbaren Umgebung auf der Nordtribüne und ich hatte besten Blick auf die Fantribüne von Racing Straßburg, die „Tribune Ouest“. Wie man sich vorstellen kann, war bei dem Spielverlauf die Stimmung dort bestens und auch um mich herum flippten die Leute vor Begeisterung aus. Dabei war das Publikum auf den Sitzplätzen vor Spielbeginn mit einer „Choreo“ mit blauen Fähnchen beschäftigt (gar nicht so einfach, so lange zu warten, bis die Mannschaften einlaufen) und es wirkte alles doch etwas gekünstelt. In der Halbzeitpause, schon einigermaßen bedient und doch mit Resthoffnung, ging es für mich an die vollkommen überfüllten Getränkestände. Alles rundum sehr freundliche Leute, muss man schon sagen. Auf dem Rückweg zum Platz gab es dann kein Durchkommen: ein Fernsehteam filmte Fans, die zusammen mit dem Maskottchen der Straßburger Fotos machten und „Begeisterung“ spielten. Was für eine Kommerzveranstaltung! Die Fans auf der Stehtribüne dagegen der Kontrast: zu Spielbeginn mit kritischen Spruchbändern gegen das Multi- Ownership-Modell ihres Vereins, Stimmungsboykott und im Anschluss einer Stimmung, die manch großspurige Fanszene Deutschlands in den Schatten stellt.
Ein moralischer Totalausfall auf Straßburger Seite war auf jeden Fall Martial Godo, der sich mit einem Jubel vor den Nullfünf-Fans nach Spielende für die „unnötigste Aktion“ des Tages den Titel sicherte.

Das Abenteuer Europa sollte an diesem Abend zu Ende gehen aber trotz des bitteren Ausscheidens war es ein unvergessliches Erlebnis. Jede/r, der in den letzten Monaten auf Auswärtstouren dabei war und die stimmungsvollen Heimspiele erlebte, wird sich wünschen, dass Nullfünf dort eines Tages wieder vertreten ist: in Europa hat der Verein auf jeden Fall seinen Abdruck hinterlassen. Ihn zu verstärken sollte für die Zukunft ein Ansporn sein.


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