Rheinmetall wird Sponsor beim BvB (Alles außer Fußball)

ulis05, Friday, 31.05.2024, 16:09 (vor 25 Tagen) @ Handgottesseinvater

Wieso also keine Partnerschaft mit einem Wirtschaftsunternehmen eingehen? Gibt es, außer dem moralischen Aspekt, entsprechende Argumente, die ich im ersten Moment gerade übersehe?


geil debattenniveau mal wieder im keller...

Auch immer wieder schön: Leuten die eine andere Meinung haben gleich mals das Niveau absprechen...

b) die entgegensetzung von "moralischem aspekt" und "argument" zeigt, dass du den moralischen aspekt nicht als argument siehst. warum eigentlich nicht?

Könnte man ja durchaus auch anders lesen, wenn man denn nur will. Das Wort "außer" beinhaltet für mich, dass man den genannten Aspekt durchaus auch als Argument sieht, insbesondere dann, wenn man dann nach anderen Argumenten fragt.


c) welche "argumente" dagegen sprechen, dass im sport mit "wirtschaftsunternehmen", hier konkret rüstungsunternehmen, kooperiert wird?


wer das als "moralischen aspekt" und nicht als argument ansieht, muss sich dann wohl im nächsten krieg - oder einem der aktuellen – abknallen oder auf sonstige art für die profite anderer zerfetzen lassen und darf dabei glückselig an "werte", "notwendigkeit zur verteidigung" oder sein "vaterland" denken. (auch 1939 wurde nur zurückgeschossen.) rheinmetall profitiert von solchen gläubigen, die nun wohl auch in den fussballstadien rekrutiert werden sollen.

Wie genau profitiert Rheinmetall, ist mir noch nicht ganz klar.
Man könnte in dem Zusammenhang von Akzeptanz in der Bevölkerung sprechen. Ansonsten ist Rheinmetall vermutlich in diesem Fall kein Sponsor im eigentlichen Sinne des Sponsorings. Ich bezweifle nämlich, dass sich durch die Werbung beim BvB Leute jetzt eher überlegen sich ne Kanone für daheim zu kaufen oder aber durch die gestiegene Bekanntheit bei der Wahl ihrer Kanone lieber die von Rheinmetall kaufen als die von der Konkurrenz. Rheinmetall tritt beim BvB wahrscheinlich eher als eine Art Mäzen auf, der keinen echten Gegenwert für das Geld bekommt, außer vielleicht sportlicher Erfolg. Vermutlich ist irgeneiner im Vorstand bei denen, der den BvB gern hat.


cc) die – vermeintliche oder tatsächliche – notwendigkeit zur verteidigung ist nichts neues. wir haben u.a. schon 2004 "unsere" freiheit am hindukusch verteidigt. gab es deshalb rüstungsunternehmen als champions partner von fussballvereinen? oder ist es nicht vielmehr so, dass mittlerweile alle hemmungen gefallen sind, die militarisierung der gesellschaft bis in schulen und stadien voranzutreiben? und der BVB dabei in vorauseilendem gehorsam landserhaft-heroisch voranstürmt? sorry, mich erinnert, dass alles an die Jahre vor 1914, als die kleinen jungs matrosenanzüge getragen haben…

Kann mich nicht so gut an die Zeit vor 1914 erinnern. Meine Geschichtskenntnisse sagen aber beispielsweise, dass Matrosenanzüge durchaus auch als ein Zeichen von Freiheit und Jugendlichkeit gegolten haben und der entstandene Hype erst durch die Nazis aufgehalten wurde, welchen die Matrosenanzüge zu bürgerlich-reaktionär waren. Unabhängig davon erschließst sich mir nicht, wie man wegen der Rheinmetallgeschichte dazu kommt, dass jetzt "alle Hemmungen gefallen sind, die Militarisierung der Gesellschaft bis in Schulen und Stadien voranzutreiben". Ich sehe diese Tendenzen aktuell eher nicht. Klar kann man den Rheinmetalldeal aus verschiedenen Gründen ablehnen, genauso wie man vermutlich Argumente gegen EToro, Lotto, Coca Cola, Sparkasse usw finden wird. Die stehen ja auch nicht alle so richtig für tolle Werte. Die Frage ist wohl hierbei, wo man für sich persönlich die Grenzen zieht. Ich sehe dies aber nicht als ein Anzeichen dass alle Hemmungen gefallen wären.
Grundsätzlich befürworte ich allerdings definitiv, dass auch Deutschland seinen Teil zur Verteidigungsfähigkeit in der Nato beiträgt und tatsächlich ist es mir lieber, dass unsere Waffen auch bei uns produziert werden. Finde ich besser, als von Waffenlieferungen aus beispielsweise China abhängig zu sein. Natürlich hoffe ich, dass wir uns nicht so schnell oder idealerweise nie mehr mit Waffen verteidigen müssen. Aber wenn dem so wäre, dann wünsche ich denen, die das machen müssen, dass sie die bestmöglichen Waffen haben. Und wenn man das so sieht, kann man sich ja nicht so richtig gegen eine deutsche Waffenfirma positionieren, wohl aber gegen Waffenlieferungen an bestimmte Kunden. Da ist im Übrigen dann aber auch immernoch die Bundesregierung gefragt.

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Ich geh (n)immer nuff

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