Mein Versuch die aktuelle Situation einzuordnen (Rund um Fußball)

Schöppsche, Thursday, 08.02.2024, 13:01 (vor 14 Tagen)

Es ist wieder mal Fastnacht und die älteren unter euch wissen, wie oft man genau schon da stand, wo man jetzt steht und für uns waren das immer besondere Tage in diesem Verein und in dieser Stadt.
Irgendwie ist aktuell alles außer waage. Sportlich steht man schlechter da als jemals zuvor, Aussprachen wie letzte Woche haben sich abgenutzt oder kamen viel zu spät. Dazu die Stimmung im Verein, wo man sich die Frage stellt, weshalb man Jahre damit verbracht hat neue Strukturen zu schaffen, wenn man doch alles so macht wie früher und alle geschaffenen Gremien nicht beachtet.
Auch ist alles nicht mehr wie früher, man wird älter, Prioritäten verschieben sich, es scheint nicht mehr so wichtig. Der Fußball mit dem ich sozialisiert wurde existiert praktisch nicht mehr und doch lauf ich ständig noch zu 05 und mach mir meine Gedanken, weil es eben schon lange nicht mehr der Fußball ist, der mich hinzieht,sondern
das was Mainz 05 auch bedeutet, Freundschaft. Ich sehe bestimmte Leute nur dort und würde sie Freunde nennen, obwohl ich sie in meinem Alltag praktisch nicht sehe und trotzdem sind sie ein wichtiger Teil für mich und bedeuten mir viel. Deshalb geht man zu Vereinen und deshalb liegt mir das alles noch irgendwie am Herzen.Und wenn man sich so umhört geht es vielen so.
Mir persönlich ist es relativ egal, ob wir
2. Liga spielen oder nicht. Ich geh trotzdem hin und fahr auswärts. Was mir Sorge bereitet ist das Wie und die mangelnde Selbstkritik, die unbedingt notwendig wären, damit wenn man runter geht, auch das Gefühl da ist, es ist egal wir bleiben wer wir sind und halten zusammen. Sonst geht es uns ganz schnell wie dem HSV oder anderen.
Ich würde mir gern ein Signal von den Verantwortlichen wünschen, dass man bereit ist, selbst in dieser bescheidenen Situation über politische Themen zu sprechen und diese aktiv anzugehen. Das ist wichtig, weil im Sommer wahrscheinlich ein riesen Umbruch stattfinden wird und dafür noch weniger Zeit da wäre. Dieser Öffnung müssten sich alle Parteien (Verein/Fans) anschließen. Nur so wird man auf Dauer als Verein stark genug sein. Weg mit Ressantiments! und her mit einem offenen, ehrlichen Diskurs mit einem Willen aufeinander zuzugehen.

Auf der anderen Seite gab es letzte Woche wiederholt den Versuch den Fokus auf die rein sportliche Misere zu richten. Für mich leider zu spät, aber immerhin etwas was grundsätzlich fehlte. Kommunikation und Diskurs. Die Wirkung zumindest auf dem Platz ist schon wieder verpufft. Tatsächlich war aber die Stimmung auf den Rängen wirklich gut und man versucht die Mannschaft so gut es geht zu unterstützen, die Mannschaft hängt sich rein, trotzdem immer wieder Unkonzentriertheiten, ein Kapitän, der sich wie keiner verhält (Reaktion gestern nach dem Spiel war grausig) und sportlich auch nicht vorangehen kann, Robin übernehm du! Ein Trainer den man gern unterstützen würde, dem aber leider deutlich die Mittel fehlen, die Leute von sich zu überzeugen oder irgendwie irgendwas entwickeln zu können, auch für die Zukunft. Der Glaube fehlt nach den jüngsten Ergebnissen und man spielt in Stuttgart und Leverkusen auswärts...
Tja und nun? Tatsächlich würde ich mir wünschen, dass man nen harten Cut macht und etwas grundlegend verändert.
Wenn man am Dienstag die Jungs aus'm Nachwuchs gesehen hat, wie sie Bock aufeinander hatten, jeder für jeden, mutig, mit Glauben und Spaß für diesen Verein spielten, gegen einen Weltverein, dann hat das was mit einem gemacht. So beseelt war ich lange nicht mehr. So viel Leidenschaft und auch taktische Umstellungen im Spiel vermisse ich bei den Profis. Es kann nicht sein, dass man nur lange Bälle nach vorn in die Mitte kloppt. Absteigen ja , aber nicht so. Das kann man nicht mehr schön reden. Es müssen sich grundlegend Dinge auf dem Platz ändern und mit mutigen Entscheidungen der Grundstein für das nächste Jahr gelegt werden. Das gehen die Leute auch mit. So ist das viel zu wenig. Unser Trainer tut mir auch wirklich leid. Der Mann ist natürlich weit entfernt von einem Beierlorzer und ich spreche ihm auch wirklich nicht die Leidenschaft ab oder mangelnden Willen. Die ganze Situation um ihn ist letztes Jahr auch mehr als unglücklich kommuniziert worden und gestärkt hat das ihn ganz sicher nicht. Das war auch einfach nicht in Ordnung. Aber jetzt geht's um die Zukunft und die heißt stand jetzt 2. Liga, alles andere wäre Bonus. Deshalb bin ich für Veränderungen.

Es brodelt langsam und die Durchhalteparolen zeigen keine Wirkung mehr. Wenn Resignation und Unmut herrscht, dann ist das für so einen kleinen Verein nicht gut. Deshalb mein Wunsch an die Verantwortlichen: Wagt einen Neuanfang in der Saison, macht Mainz 05 Dinge. Werdet mutig und werdet ehrlich in der Kommunikation. Dann gehen die Leute mit, egal wo es hingeht. Das heißt nicht, dass man schon aufgibt. Im Gegenteil, aber lieber jetzt schon Dinge auf links drehen und darin eine Chance sehen, als im Sommer kaum Zeit zu haben.
Meine Gedanken seid nachsichtig 😉


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