Nein zum Investoreinstieg bei der DFL (Rund um Fußball)

Supporters Mainz, Saturday, 13.05.2023, 11:10 (vor 435 Tagen)
bearbeitet von holger, Friday, 26.05.2023, 14:04

Gude Kiggesianer,

wie ihr vielleicht in den vergangenen Wochen mitbekommen habt, plant die DFL durch den Einstieg eines Investors zusätzliche Milliarden zu generieren.

Worum geht es genau?

Ein Investor zahlt der DFL laut Konzept 2 Mrd. €. Dafür sollen 20 Jahre lang 12,5% der Erlöse aus dem Verkauf der Rechte einer zu gründenden Tochterfirma dem Geldgeber überlassen werden. Ziel ist die Steigerung der Erlöse aus der internationalen Vermarktung und je nach Finanzkraft und Strahlkraft der Vereine ein höherer Gewinn. Bei der Verteilung ist von 3 Säulen die Rede:

  • 40% (800 Mio. €) gehen and die DFL zum Aufbau einer Onlineplattform, bei der vor allem Fans aus dem Ausland angesprochen werden sollen
  • 45% (900 Mio. €) sollen in die digitale und physische Infrastruktur der Vereine gesteckt werden (Umbau von Stadien, NLZ’s und Geschäftsstellen)
  • 15% (300 Mio. €) bekommen die Vereine zur freien Verfügung (Schuldenabbau, neue Spieler etc.)


Warum ist das Vorhaben kritisch zu sehen?

  • Die Verteilung soll nach der aktuellen TV-Gelder Tabelle geschehen, d. h. Bayern würde 3x so viel erhalten wie Bochum und damit das aktuelle Ungleichgewicht innerhalb der Ligen weiter vorantreiben.
  • Wenn die DFL von Steigerung der Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit redet, ist damit nicht gemeint, die Lücke zwischen den großen Clubs und Vereinen wie Mainz 05 zu schließen, sondern es geht um die Wettbewerbsfähigkeit von Bayern, BVB, Leipzig etc. in den internationalen Wettbewerben.
  • Die aktuellen Drittligisten würden von dem Investorengeld keinen Cent bekommen. Dadurch würden 1. und 2. Bundesliga zu einer geschlossenen Gesellschaft werden. Die aktuellen Drittligisten hätten noch weniger Chancen aufzuschließen.
  • Die aktuellen Bewerber sind Private-Equity-Gesellschaften, deren Konzept es ist, möglichst viel Gewinne aus einer Investition zu schlagen.
  • Die möglichen Folgen wären Salami-Spieltage, Anstoßzeiten, die für Absatzmärkte in Nordamerika und Fernost ausgelegt sind, möglicherweise auch Partien, die direkt im Ausland ausgetragen werden.
  • Zuletzt bleibt fraglich, ob „Auf viel Geld noch mehr Geld“ die richtige Antwort für die aktuellen Herausforderungen im europäischen Profifußball darstellen kann. Zudem wird ein Investor die Absicht haben, den maximalen Profit zu erwirtschaften und sich damit zumindest indirekt ein Mitspracherecht erkaufen.


Da Mainz 05 auch Stimmrecht hat bei der für den 25.05. angesetzten DFL-Versammlung, hat sich eine Gruppe aus Fanabteilung, Ultraszene und Supporters zusammengefunden, um Gespräche mit dem Verein zu führen und Mainz 05 davon zu überzeugen, gegen den Antrag zustimmen. Wir halten euch über den aktuellen Stand auf dem Laufenden.


Hier der Text nochmal auf unserer Website


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