Europas everybody’s darling (Rund um Fußball)

Handgottesseinvater, Thursday, 15.09.2022, 21:02 (vor 13 Tagen) @ Jammerlappe

1.

Wieso uns alle? "deutsch" und "gewalttätig (gegen Asylnehmende und Menschen mit Migrationshintergrund)" müssen natürlich zusammenfallen.

dann wird es ein zirkelschluss, also eine erklärung, die nur sich selbst erklärt. der ausgangspunkt war ja, zu schauen, welche gründe für gewalt eine rolle spielen, um gegenmaßnahmen zu ergreifen. die ausgangsthese von richard war: "Wenn eine Gruppe, die sich daneben benimmt, als ethnisch (oder hinsichtlich anderer Merkmale!) homogen auffällt, spielt das natürlich eine Rolle." dh es wird ein zusammenhang zwischen der (vermeintlichen) ethnischen zugehörigkeit und der gewalt hergestellt.

das habe ich aufgegriffen: in rostock waren menschen gewalttätig, die deutsche sind. dein oben zitierter Satz schränkt das ein. in meinen worten: "klar, es waren deutsche, aber gewalttätige deutsche." damit kommt man zur erklärung aber nicht weiter, denn es führt zu dem schluss "gewalttätige deutsche sind gewalttätig". das ist in dem beispiel aber von vornherein klar, denn es ist der ausgangspunkt, der ja gerade besagt dass gewalttaten begangen wurden, die täter also gewalttätig waren. Dasselbe gilt bei (vermeintlichen) nordafrikanern: gewalttätige nordafrikaner sind gewalttätig. beides ist absolut richtig, erklärt aber keinen zusammenhang zwischen nordafrikanern/deutschen und gewalt. damit spielt es bei der suche nach den gründen für die gewalt keine rolle.

bliebe man dabei, dass die (vermeintliche) ethnische zugehörigkeit als nordafrikaner eine rolle spielt, würde es am ende darauf hinauslaufen zu sagen: "deutsche begehen zwar gewalttaten, aber nur, wenn sie gewalttätig sind. es gibt also auch deutsche, die nicht gewalttätig sind. nordafrikaner begehen ebenfalls gewalttaten, man muss dabei aber nicht differenzieren." mir ist klar., dass du das nicht sagst, ich will es nur verdeutlichen, denn es ist offensichtlicher unsinn: selbstverständlich gibt es auch nordafrikaner (und deutsche), die nicht gewalttätig sind. und deshalb taugt weder "nordafrikanisch" noch "deutsch" als erklärung für gewalt.

2.

Von der These "Wenn alle gutes Geld in der Tasche und einen Uni-Abschluss haben, dann wird niemand kriminell oder triftet weltanschaulich ab" halte ich wenig. Das rückt anständige Leute, die aufs Geld schauen müssen, in ein komisches Licht.

da stimme ich dir zu. allerdings habe ich diese these nicht aufgestellt. ich wollte nur die richtung ändern, in der nach ursachen für gewalt gesucht wird. wenn sich am ende rausstellt, dass ökonomische situation und bildung sowie sozialer status und aufstiegschancen keine rolle spielen - ok. aber warten wir's ab. jedenfalls halte ich die schlussfolgerung "arme oder nicht akademisch gebildete sind gewalttätig oder anfällig für gewalt" für genauso falsch wie du. und eine weitere auch, nämlich dass ökonomisch abgesicherte akademiker keine gewalttaten begehen. das wäre ebenso offensichtlicher Unsinn.

--
yeahyeayeah


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