Post für Dietmar (Rund um Fußball)

Weizen05 @, Freitag, 06.03.2020, 10:45 (vor 27 Tagen) @ ulis05

Ich schon wieder...
Ich finde den Brief sehr interessant und den ersten Teil davon auch echt gut geschrieben.
Insgesamt hat sich da jemand echt Mühe gemacht.
Der zweite Teil mit der Rassismusdebatte passt für mich aber eigentlich nicht in den Brief an DH.
Ich wüsste nicht, wo DH sagt, dass die Beleidigungen gegen ihn rassistisch sind. Kann sein, dass ich das übersehen habe, aber davon weiß ich nichts. In der genannten Quelle sagt er nur, dass der DFB gegen Rassismus vorgehen will und fordert, dasselbe bei Diskriminierung etc. weil dies Hass und infolge auch Gewalt hervorrufen würde. Ich denke da würden wir ihm alle recht geben. Oder?
Ihm deshalb vorzuwerfen, dass andere in seiner Sache möglicherweise übertreiben (Ansichtssache)oder dass der DFB in der Vergangenheit Dinge versäumt hat (bestimmt) oder das mit zweierlei Maß gemessen wurde (ist sicherlich so) ist für mich zu kurz gegriffen. Beleidigungen gegen ihn rechtfertigt das für mich nicht.
Sämtliche in der Folge genannten Aspekte haben mit DH eigentlich nix zu tun.
Deshalb gegen ihn wütend zu sein, ihm Doppelmoral, Bigotterie und Heuchelei vorzuwerfen oder im übertragenen Sinne den Krieg zu erklären kann ich nicht nachvollziehen. Insbesondere weil DH ja selbst sagt:

"Ich wünsche mir aber von Herzen, dass nicht nur kraftvoll und solidarisch gehandelt wird, wenn ich beleidigt werde. Beleidigungen gegen jeden Menschen sind zu verurteilen, egal wo und in welcher Form. Vor allem rassistische und homophobe Beleidigungen müssen mit aller Konsequenz geahndet werden."
(Auszug aus https://www.kicker.de/771107/artikel, Hervorhebung durch mich)
Wer würde dem widersprechen?


Und das ist ein Vergleich oder fast schon eine Gleichsetzung seiner albernen Gekränktheit mit echtem Rassismus und dessen Folgen und damit eine Verharmlosung des Letzteren. Von Hopp ist das auch nichts Neues, dasselbe "Argument" bringt er seit über zehn Jahren immer wieder: Wer gegen Rassismus ist, muss auch mich beschützen, denn ich werde beleidigt. Das ist grober Unfug, der die peinliche "Weltsicht" Hopps so brutal offenlegt, dass es körperlich schmerzende Fremdscham auslöst.

Es ist doch nicht so, dass der Alltag eines Milliardärs mit Alltagsdiskriminierung durchsetzt ist, wie die Erfahrungswelten von real benachteiligten Personen, mit denen er sich vergleicht. Indem er suggeriert, das sei irgendwie das Gleiche, beleidigt er einen Haufen real existierender Personen sowie die Intelligenz von Menschen wie mir, die den Unterschied kennen. Wenn im Fußball gegen Rassismus gearbeitet wird, dann doch nicht bloß, weil man es lieber hat, wenn man nett zueinander ist, sondern weil die Erfahrungen, die man auf dem Fußballplatz macht, weit über den Platz hinausreichen können. Das unterscheidet die Mehmets in diesem unserem Lande von den Dietmars in unserem Lande. Es ist leider so.

Wenn jemand dermaßen entrückt von aller sozialer Realität ist wie Hopp, muss man ihn nicht ernst nehmen, und noch mehr, man darf ihn nicht ernst nehmen. Er ist einfach eine jämmerliche Witzfigur. Eigentlich ein perfekter Kandidat für die DFB-Präsidentschaft. Wenn die versammelten DFL- und DFB-Funktionäre diese Sicht sich auch noch zu eigen machen, treten sie denjenigen, die im "richtigen Leben" gegen Rassismus arbeiten, mit Anlauf ins Gesicht. Da muss man nicht auch noch applaudieren.

--
Alte weiße Männer und Milliardäre sind bei der Wohnungssuche benachteiligt und müssen sich häufiger bewerben, um eine Lehrstelle oder einen Arbeitsplatz zu bekommen.

LARS WINDHORST, DU SOHN EINER LEHRERIN!


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum