Und in Hoffenheim-foren... (Rund um Fußball)

Reppichauer @, Dessau, Dienstag, 26.11.2019, 08:32 (vor 9 Tagen) @ Eif


Leipzig: da gab es noch nicht mal einen Verein. Quasi komplett künstlich hochgezogen von einem internationalen Konzern. Widerspricht allem was man in D unter Fußball versteht, verstößt systematisch gegen DFB/DFL Auflagen, wird aber aufgrund des Leipzig Bonus toleriert/akzeptiert. War clever von der Marketing Abteilung von Kack Bull. Das Gleiche Konstrukt in Westdeutschland wäre vom DFB/DFL nicht akzeptiert worden. Für jeden Konsumenten dieses Konstruktes habe ich (und alle etablierte Fans) einfach nur Verachtung. Werde mir niemals ein Spiel in Leipzig anschauen, auch im TV noch nie ein Spiel von Leipzig angeschaut.


Danke.
Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.


Na ja, man kann dem zumindest eine abweichende Sichtweise hinzufügen.
Ich mach das mal in Sachen RB:

Durch Freunde/Bekannte, und weil ich in der Großregion lebe, kenne ich die Situation in Leipzsch schon recht lange.
Die Leipziger sind ein fußballverrücktes Völkchen.
Und nach dem Ende der DDR-Ligen dümpelten die einst mehr oder weniger bedeutenden Vereine 1. FC Lok und Chemie Leipzig so vor sich hin, dass sie immer mehr an sportlicher Bedeutung verloren. Dafür wurden sie Sammelbecken politischer Jugend-Projektionen - bei Lok sammelten sich die Neonazi-Hools, bei Chemie bildete sich ein kulturell eher linker Pöbelhaufen.
Als dann irgendwann Leute begannen, im Interesse des Leipziger "normalen" Fußballanhangs nach einer belastbaren Lösung für die Querschnitts-Fußballfreunde zu suchen, die darin gipfelte, diese beiden namhaftesten Vereine fusionieren zu lassen, kochte die Stimmung vollends hoch. Also das wollte dann keiner in den harten Anhängerschaften. Wie sollen denn jemals Modelleisenbahner und Chemiebaukastenkids gemeinsam ein Tor bejubeln?! Also das ging gar nicht. Darum hat der treibende Investor nach einem anderen Weg gesucht und fand diesen SSV Markranstädt, dem man kurzerhand 2009 die Spielberechtigung abkaufte, und damit unter dem Namen RB Leipzig ein eigenes Ding startete ... der Rest ist bekannt.

Anfangs gingen erst mal viele Leute zu diesem Retortenbaby, die einfach nur guten Fußball ohne politischen und sonstigen Knatsch am Rande erleben wollten. Mit den Erfolgen kamen immer mehr, bis sogar von den früher auf andere Vereine festgelegten Zuschauern die ersten zu RB wechselten. Und dieser Zustrom hat tatsächlich die ganze Großregion ergriffen. Ich selbst wohne ein gehöriges Stück entfernt, kenne aber in meiner Nachbarschaft Leute mit Dauerkarten ...

RB ist absolut ein Zeitgeistprodukt. Einzig aus verfügbarem Geld und Erfolgsoptimierungabsicht geboren - nicht wie in der großen Fußball-Gründerzeit, als es um völlig andere Beweggründe ging als heute.

Aber ein wichtiges ideelles Ziel hat RB doch erreicht: In dieser fußballerisch verödenden Stadt Leipzig einen Fußballbetrieb anzubieten, der fußballbegeisterten Leuten schöne Momente bietet. Für Stadt und Region ein Segen. Auch, dass damit das legendäre Zentralstadion wieder zu einer lebendigen Spielstätte geworden ist. Alles toll, alles chic, alles sauber soweit.
Dass mir das Wesen dieses Ladens "RB Leipzig" unsympathisch ist, sei nur am Rande erwähnt.
Aber ich habe viel Verständnis für die Zuschauer, die sich dort anbinden.
Leute, die sich allerdings "RB-Fans" nennen, halte ich für etwas, das ich hier nicht hinschreiben will.

;-)


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