Wortpiratin: Where do we go from here? (Rund um Fußball)

Captain Spaulding, Montag, 04.11.2019, 06:47 (vor 18 Tagen) @ Alsodoch

"Die Grundsatzfrage

Denn das ist der Deal: In einer Weiterentwicklung des Fußballs, der bei Mainz 05 unter Wolfgang Frank und Jürgen Klopp gespielt wurde, erweitert um Elemente des Tuchel-Fußballs, lässt Schwarz mutig und mit Lust am Ballbesitz spielen. Das ist mal mehr und mal weniger erfolgreich – und wenn es nicht erfolgreich ist, tut es bisweilen auch richtig weh."


Aber genau das ist doch das Problem: Seit Monaten ist keine Weiterentwicklung erkennbar.
Zieht man, wie in der Politik, die 100-Tage-Bilanz, so zeichnet sich bzgl. der letzten 100 Tage ein erschütterndes Bild.


"Wenn also nun nach einem Spiel wie dem in Leipzig an etlichen Stellen wieder die Trainerfrage gestellt wird, so ist das eigentlich Unsinn, weil es nicht um eine Personenfrage geht. Es geht im Verein vielmehr um eine Systemfrage: Für welchen Fußball will Mainz 05 stehen?"


Mainz 05 will sicher nicht für den seit Monaten gezeigten ideenlosen, kampflosen, erfolglosen Angsthasenfußball stehen!


Wir brauchen auch das Thema Trainer nicht in Frage stellen. Das ist ganz klar eine Thematik, bei der wir die Mannschaft in die Pflicht nehmen. Wir stehen als Verein zusammen. Und der Trainer bleibt der Chef der Mannschaft, da werden wir gemeinsam arbeiten, um die Mannschaft aufzurütteln. Der Trainer ist im Moment der ärmste, der die Mannschaft in der Woche und auch vor dem Spiel sehr gut eingestellt hat.
Rouven Schröder, 05-Sportvorstand


Naja, wenn der Trainer die Mannschaft gut eingestellt hätte, dann würde sie funktionieren...und nicht 8:0 verlieren.
Der Trainer ist, als Chef, nunmal dafür verantwortlich dass der Laden läuft. Und wenn der Chef es nicht schafft, dass die Kollegen nen guten Job machen, muss ein anderer Chef her.


Klar kann man in ein Spiel wie das gegen RaBa auch mit der maximalen Mauertaktik reingehen, natürlich kann man die Tore ausschließlich mit hohen Bällen auf einen nun wieder vorhandenen Stoßstürmer einleiten. Auch das hat es in den vergangenen Jahren in Mainz phasenweise schon gegeben. Schön anzusehen war es nicht. Der Fußball, den die Mannschaft aktuell spielt, tut an Tagen wie diesem Samstag in Leipzig, wenn nichts daran funktioniert, weh. Und ja, Schmerzen dieser Art gab es im bisherigen Saisonverlauf bereits mehrfach. Aber soll die Schlussfolgerung daraus tatsächlich sein, vom eigenen Weg abzuweichen?


Wenn man seit Monaten sieht, dass der eigene Weg der falsche ist, sollte man Vernunft walten lassen und einen anderen Weg einschlagen. Oder will man mit aller Gewalt in die zweite Liga absteigen, Hauptsache man ist seinen Prinzipien und der Liebe zu Sandro treu geblieben?

"Nochmal: Es geht nicht konkret um die Person, die den Trainerposten aktuell besetzt."

Doch, genau darum geht es.

Die Konsequenz
Was also tun, nach der höchsten Niederlage der Vereinsgeschichtein der Bundesliga? Weiterarbeiten. Das klingt vielleicht zu einfach, ist nach einer Klatsche dieser Größenordnung aber schwierig genug. Doch damit allein ist es aktuell nicht getan, denn bei allem Verständnis, bei aller Psychologie und aller Nachsicht mit diesem jungen, in der Entwicklung begriffenen Team, muss tatsächlich auch ein Ruck durch die Mannschaft gehen. Der Kampf, den die Spieler gegen Köln auf den Platz gebracht haben, darf keine Eintagsfliege sein sondern muss Alltag werden.


Und dafür sollte der Trainer als Chef des Teams sorgen...aber wenn man nicht mal ein richtiges Team aus dem Haufen an Spielern formen kann, dann hat sich das mit dem "Ruck" auch ganz schnell erledigt.


Unvergessen, wie das TEAM gegen Hoffenheim zu Hause das Spiel gedreht hat, gegen Leipzig ein 0:2 bzw. 1:3 egalisiert hat, der Auswärtssieg in FFM, der deutliche Heimsieg gegen Düsseldorf und fast der Ausgleich in Dortmund. DAS war Mainz 05, DAS war ein Team das gekämpft hat und DAS war ein Team das der Trainer erreicht hat.
Keine Ahnung, was Sandro den Jungs in der Halbzeit erzählt hat, aber bei diesen Spielen hatte er sie tatsächlich noch erreicht und motivieren können, trotz Rückstand in der 2. HZ Vollgas zu geben und dass jeder für jeden kämpft.

Heute fragt man sich Woche für Woche was die Jungs und der Trainer in der Pause machen...kommen sie doch verschlafen und demotiviert aus der Pause raus und fast immer lässt die Leistung deutlich nach, anstatt dass man den Willen hat das Spiel zu drehen oder wenigstens miteinander und füreinander ALLES zu geben und zu kämpfen.

Darauf zielt meine Kritik: Sandro wirkt meilenweit weg von der Mannschaft und ganz offensichtlich erreicht er die Jungs nicht mehr...und wenn es soweit gekommen ist und über Monate keine Besserung in Sicht ist, dann muss man handeln, bevor es zu spät ist.


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