AZ: Wortpiratin: Zurück zu alten Tugenden! (Presselinks)

ulis05, Freitag, 04.10.2019, 11:58 (vor 15 Tagen) @ rm_fussball

Schön geschrieben, ich lese diese Kommentare oder Kolumnen von ihr immer gerne.
Sicherlich ist da viel wahres dran aber...
Ich glaube es werden hier Äpfel mit Birnen verglichen. Ich habe die Zeit miterlebt und wenn ich ehrlich bin, gab es nur sehr wenige Momente, in denen ich den Glauben ans Team verloren hatte (wenn überhaupt). Ich hatte im Stadion oft das Gefühl "da geht noch was, zur Not in der Nachspielzeit" (allerdings sowohl in die eine als auch in die andere Richtung). Der Fußball war nicht immer der technisch versierteste aber oft so, dass man geglaubt hat, die geben eben alles. Heute ist es oft technisch besser aber in meinen Augen eben auch oft langweilig und nicht zielstrebig. Damals ging ich eher frustriert aus dem Stadion, weil ich sauer war, dass das Team für den Aufwand nicht belohnt wird, dass die zahlreichen Torchancen nicht rein sondern weit vorbei gingen oder weil irgendwer (Schiri, Rösler, Vata, Dzeko, Frantz ...) ein A.... waren oder wir (natürlich objektiv betrachtet) wieder klar benachteiligt wurden oder aber, weil tatsächlich noch was ging, aber halt für die anderen weil wir zu forsch waren.
Heute gehe ich eher frustriert nach Hause weil ich das Gefühl habe dass unser Team nicht Vollgas gibt, das unsere "Taktik" zu wenig Torchancen kreiert und Abschlüsse Mangelware sind (und natürlich weil irgendwer ein A... sein könnte).
Ich glaube auch, dass es nichts bringt "alle" rauszuschmeißen und es geht mir auch nicht darum irgendwen rauszuschmeißen. Aber bedingungslos alles gut zu heißen was die, (ich nenne sie mal ohne Vorwurf oder Hintergedanken) "Experten" machen, war noch nie mein Ding. Mein Team (inklusive Trainerteam und Manager) im Stadion zu unterstützen ist eine Selbstverständlichkeit für mich und da bin ich 100% bei der Wortpiratin. Aber im vernünftigen Ton über (von mir so empfundene Probleme) zu reden oder zu diskutieren gehört für mich eben auch dazu. Für mich ist dies auch eine Art sich einzubringen. Es widerspricht auch nicht dem Gedanken des festen Zusammenhalts. Aber wenn wir bei den beschriebenen Beispielen bleiben, dann würde ich meinem Bäcker entweder sagen (wenn ich ihn mag), dass seine Brötchen mir nicht mehr schmecken (er kann ja selbst entscheiden ob er was ändert/ ändern kann) oder ich gehe nicht mehr zu ihm hin. Ich würde dem Taxifahrer zumindest fragen, ob die andere Strecke nicht sinnvoller wäre, wenn ich dieses Gefühl hätte. Ich würde dies vermutlich recht höflich und wenig fordernd tun, aber gerade dann wenn mir etwas am Herzen liegt, sollte ich dies tun. Auch mein Bäcker und mein Taxifahrer (habe eignetlich keinen) dürften mal einen Fehler machen oder mir zeigen, dass meine Empfindungen/ Einschätzung falsch sind. Ist auch ok.
Und nur weil wir Mainzer sind wird nicht alles irgendwann gut. Dafür haben wir in der Vergangenheit immer auch etwas getan, oft mehr als wir später dafür belohnt wurden.
Ich will das Gefühl, dass der Bäcker meine Einwände ernst nimmt und im idealfall will ich, dass ich das Gefühl habe er versucht etwas zu verbessern. Ich würde lange weiter zu ihm gehen und auf bessere Brötchen hoffen. Aber viele in Mainz gehen leider schon nicht mehr zum Bäcker. Ich mag meinen Bäcker und seine Kundschaft also gehe ich auch noch weiter hin. Vielleicht schmeckts ja bald wieder, aber auch mir ist der Appetit in den letzten Jahren schon ein wenig vergangen.

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Ich geh (n)immer nuff


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