Latten+: Das Ende der Mainzer Underdog-Mentalität (Rund um Fußball)

Alsodoch ⌂ @, Wednesday, 10. January 2018, 16:24 (vor 193 Tagen)

Kleines Geld statt großer Namen, so hatte man es beim 1. FSV Mainz 05 lange gehalten. In der laufenden Saison jedoch ist alles anders, die Underdog-Mentalität scheint Geschichte. Nach den hochkarätigen Verstärkungen muss das Team in der Rückrunde beweisen, dass mehr als Abstiegskampf in ihm steckt.

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Latten+: Das Ende der Mainzer Underdog-Mentalität

MPO ⌂, Franken, Wednesday, 10. January 2018, 16:41 (vor 193 Tagen) @ Alsodoch

Ein bisserl reißerisch, der Titel. Beide Transfers sind relativ namhaft, aber passen von Größe und Zuordnung zu Mainz 05. Ujah war schon hier, was ein Rücktransfer immer leichter macht und war etwas aus dem Schaufenster raus in China - was den Preis senkt.

De Jong ist quasi schon fast vergessen, sicherlich ein Transfer mit inhaltlich kleinem Risiko, der Nutzeffekt ist aber natürlich nicht sicher. Wenn De Jong in Sachen Handlungsgeschwindigkeit das Niveau hat, dann kann er helfen. Wenn er nur in Sachen Mentalität helfen kann, wirds schwierig.

Wenn beide Leistung abrufen können, ergänzen sie den Kader sehr gut. Mit De Jong haben wir einen klar defensiv orientierten 6er, der systemsicher sein sollte. Gbamin war/ist der einzig andere defensive 6er. Latza und Serdar sind eher 8er, Frei eigentlich auch eher. Brosinski wäre eine (IMO solide) Notoption als defensiver 6er gewesen. Gbamin ist auf der Position toll, kann aber auch als IV oder attackierender als 8er agieren und ist auch dort hochinteressant.

Ujah verkörpert relativ viel das, was auch Muto verkörpert: Zug zum Tor, Strafraumorientierung. Er hat etwas mehr Wucht als Muto, der dafür spielerisch stärker ist. Kann mir beide zusammen gut vorstellen, aber auch Ujah und Berggreen könnten ein sehr fieses Duo sein (Berggreen als Störenfried vorne, Ujah nutzt die Räume).

Wie letztens schon mal geschrieben: Wenn wir bei Standards ganz allgemein stärker werden (vor allem defensiv) und vorne hin und wieder etwas klarer, dann haben wir eine entspannte Rückrunde. Das ist beides nicht utopisch hinzubekommen, aber muss eben gemacht werden.

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"Ich habe in meiner Karriere gestohlen, getrunken, Drogen genommen und ein Schaf entführt. Sorry für alles."
- John Hartson, walisischer Fußballer

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Milestone, Wednesday, 10. January 2018, 18:50 (vor 193 Tagen) @ MPO

De Jong ist quasi schon fast vergessen, sicherlich ein Transfer mit inhaltlich kleinem Risiko, der Nutzeffekt ist aber natürlich nicht sicher. Wenn De Jong in Sachen Handlungsgeschwindigkeit das Niveau hat, dann kann er helfen. Wenn er nur in Sachen Mentalität helfen kann, wirds schwierig.

Gut, gegen Gladbach das war ein Vorbereitungsspiel, aber de Jong war sofort äußerst präsent, zeigte sich immer anspielbereit und war auch in Bedrängung in der Lage einen Ball anzunehmen und Handlungsschnell, in der Regel zum eigenen Mann, weiterzuleiten.
Wenn NdJ diese Leistung auch in regulären Spielen zeigen kann, wird er gesetzt sein.
Wenn sich Danny Latza gegenüber der Hinrunde nicht deutlich steigert, wird er keine Konkurrenz für Nigel darstellen. Ich hoffe, Danny hat die Zeichen der Zeit erkannt und nimmt die Herausforderung an.

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Troll, Thursday, 11. January 2018, 11:45 (vor 192 Tagen) @ MPO

Was ich bei dem de Jong Transfer nicht so ganz verstehe. Eigentlich haben wir ja 3 eher aggressive, zweikampforientierte Sechser mit Gbamin, Latza und Serdar, NdJ hätte ich jetzt auch in diesen Spielertypus einsortiert.
Löst daher vom Profil nicht wirklich unser Hauptproblem des Ballbesitzes. Meiner Empfindung nach ist jmd. der Bälle verteilt und unser Spiel strukturiert und ordnet die wichtigste Planstelle. Mit Frei hat man ja den dafür mal ursprünglichen angedachten Mann verkauft(der die Hoffnungen natürlich leider nie so umgesetzt bekam)...

Also deshalb erschließt sich mir, ganz vom Spielpraxis/Altersproblem abgesehn, noch nicht wirklich die Idee hinter der Verpflichtung...

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MPO ⌂, Franken, Thursday, 11. January 2018, 11:56 (vor 192 Tagen) @ Troll

Was ich bei dem de Jong Transfer nicht so ganz verstehe. Eigentlich haben wir ja 3 eher aggressive, zweikampforientierte Sechser mit Gbamin, Latza und Serdar, NdJ hätte ich jetzt auch in diesen Spielertypus einsortiert.

Jaein. Agressiv sind die 3 genannten durchaus. Latza und Serdar zieht es aber sehr nach vorne und sind keine 6er, die vor der Abwehr aufräumen. Das kann Gbamin, der aber auch nach vorne ziehen kann (und da auch gut ist).
De Jong ist recht klar einer, der vor der Abwehr bleibt. Frei hat das tendenziell auch eher gemacht, aber war eher - ähnlich wie Geis - ein tiefer Spielgestalter und keiner, der abräumt.

Löst daher vom Profil nicht wirklich unser Hauptproblem des Ballbesitzes.

Indirekt.

Die Idee ist, dass du Abwehrreihe und defensives Mittelfeld verstärkst. Du kannst vorne mal mehr riskieren, weil du besser abgesichert bist. Das sieht man sogar auf hohem Niveau bei den Bayern: die ganze Zeit lassen sie Martinez den IV geben, dabei stabilisiert er die ganze Mannschaft enorm, wenn er vor der Abwehr spielen darf und bringt dadurch effektiv mehr, als wenn da mit Thiago, Vidal u.ä. Leute spielen, die eigentlich eher 8er sind. Zudem gewinnt Martinez die Bälle auch mal etwas höher und ohne taktisches Foul, bleibt also im Fluss des Spiels und betreibt mehr Dynamik.

Also auf den Punkt: Mehr Stabilität = mehr Sicherheit = mehr Freiheit/Risiko auch mal in der Offensive.

Kann funktionieren. Die Idee dahinter ist auf jeden Fall stimmig.

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Troll, Thursday, 11. January 2018, 12:09 (vor 192 Tagen) @ MPO

Ok...klingt schlüssig.

Hoffe du behälst Recht.

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AllBlacks, Thursday, 11. January 2018, 12:13 (vor 192 Tagen) @ Troll

... da geht es imho nicht um die Spielweise, sondern um den Typ, also den Charakter. Ich hatte im November 2015 ein Gespräch mit Martin Schmidt, da schilderte er mir, dass sie einen "aggressive leader" suchten, ihm ging es um die ideale charakterliche Zusammenstellung des Teams - in dem Zusammenhang weniger um die Position.

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MPO ⌂, Franken, Thursday, 11. January 2018, 13:30 (vor 192 Tagen) @ AllBlacks

... da geht es imho nicht um die Spielweise, sondern um den Typ, also den Charakter. Ich hatte im November 2015 ein Gespräch mit Martin Schmidt, da schilderte er mir, dass sie einen "aggressive leader" suchten, ihm ging es um die ideale charakterliche Zusammenstellung des Teams - in dem Zusammenhang weniger um die Position.

Definitiv auch. Wenn es nur um einen grätschenden 6er gehen würde, dann findet man auch günstigere und vielleicht auch bessere Leute. Da kann man auch Bungert vor die Abwehr stellen o.ä.

Ich denke auch, dass De Jong auch verpflichtet wurde wegen der Mentalität. Extern betrachtet fehlt unserem Team immer etwas ein Antreiber, der die eigene Mannschaft weckt oder zur Räson ruft (mit Wort und Tat). Der Ehrgeiz offen lebt, ausstrahlt und hoffentlich ansteckt.

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Jockel @, Thursday, 11. January 2018, 12:43 (vor 192 Tagen) @ Alsodoch

Anthony Ujah und internationaler Ruf? Sicher Definitionssache, mir fehlt da momentan noch der Zugang.

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eif, Thursday, 11. January 2018, 13:14 (vor 192 Tagen) @ Alsodoch

Haben wir diese Mentalität nicht schon mit Emil Kostadinov aufgegeben?

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