AZ: Thomas Krücken ist der Querdenker bei Mainz 05 (Presselinks)

MPO ⌂, Franken, Friday, 15. June 2018, 09:26 (vor 5 Tagen) @ rm_fussball

Er erinnert an Wolfgang Frank, der vor 22 Jahren im Zweitliga-Abstiegskampf die Viererkette einführte, damals eine Innovation. Und an Jürgen Klopp, den Pressing-Protagonisten Mitte der Nullerjahre. Krückens Bestreben ist nun, „das Querdenken systemisch zu machen“. Denn: „Diese Tradition fortzusetzen, ist unsere einzige Chance. Ideen kosten nichts.“

Genau das. Natürlich muss nicht jede Idee Kloppesk oder Tuchelesk zünden. Das darf auch keiner erwarten, dass waren die Platin-Standard-Varianten, die vielleicht nur einmal in der Vereinslebenszeit von 05 auftauchen werden. Aber grundsätzlich: Vorausdenken, auf andere Ideen kommen. Wenn wir das selbe machen wie alle anderen, dann läuft es letztlich immer nur auf Geldvergleiche hinaus, die wir selten gewinnen werden.

Baku stieg an der Raststätte bei Bruchsal aus, Teammanager Darius Salbert holte ihn ab. Die U23 gewann 3:2, doch das eigentliche Highlight sollte noch folgen. „Zwei Jungs hatten Sky-Go. Die ganze Mannschaft hing vor zwei Handys“, erzählt Krücken. Als der Debütant zum 3:0 traf, „stand der ganze Bus Kopf“. Der Junioren-Cheftrainer nahm in diesem Moment „das richtige Mainz-05-Gefühl“ wahr. „Das treibt an, macht hungrig auf noch viel mehr.“ Baku spielte nie für einen anderen Klub, ist ein Eigengewächs par excellence.

Der ganze Vorgang ist natürlich absolut Gold wert. Eben noch Mitspieler im Bus, dann an der Raststätte quasi kurzfristig ausgesetzt und kurz darauf debütiert er in der Bundesliga und das mit nem Tor. Deswegen sitzen die Jungs da im Bus, wegen so einer Story sind die Jugendspieler im Training. Eben noch aufm Bolzplatz, plötzlich schießt du in der Bundesliga ein Tor gegen einen Championsleague-Aspiranten.

Generell ein Artikel, der sehr Hoffnung für 05 macht. Es kehrt langsam Ruhe ein, es sind auf einigen Posten vernünftige Leute, die nicht nur Instandshalter sein wollen. Natürlich ist da kein großer Charismatiker und Menschenfänger dabei - den hatte es in Freiburg bspw. aber auch selten. Streich mag da eine Ausnahme sein, aber generell hat man auch dort lieber gut gearbeitet und die anderen drüber reden lassen. Das muss auch unser grundsätzlicher Weg sein.

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- John Hartson, walisischer Fußballer

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