Gedanken dazu... (Presselinks)

MPO ⌂, Franken, Wednesday, 13. June 2018, 20:52 (vor 10 Tagen) @ Weizen05

Gündogan hat auf Twitter 860.000 Follower, Özil 23.100.000. Was die beiden öffentlich tun und bewerben, hat Bedeutung. Bei Özil erheblich mehr als bei Gündogan, aber beide haben Einfluss. Sie sind "Influencer". Wenn Özil morgen darüber twittert, dass seine Nike Schuhe viel geiler sind, dann wirkt sich das spürbar auf Verkaufszahlen aus. Nicht bei dir, nicht bei mir (ich folge den beiden nicht mal) - aber wenn da nur ein Bruchteil darauf hört, dann bewirkt das bereits etwas. Erdogan hat (nicht nur) die beiden für seinen vorgezogenen Wahlkampf instrumentalisiert, weil er weiss, wie viel das bedeutet. In der Türkei, aber auch gerade für den erheblichen Anteil in Deutschland lebender Türken.

Das Problem ist, dass die jetzt kein Marketing für Nike gemacht haben. Sondern Werbung für Erdogan. Der nicht nur, aber gerade in Deutschland mit seiner menschenverachtenden Vorgehensweise, die schon teilweise sehr an Nazi-Zeiten erinnert, wirklich ein Problem darstellt. Und ja, natürlich kann man um die Ecke kommen, und dem DFB vorwerfen, das man mit Putin und den Ölscheichs jeweils auch Leute bespaßt und "bewirbt", die auf Menschenrechte nicht so viel Wert legen, aber das mindert ja den Einzelfall nicht.

Fußballer früher haben auch Blödsinn gemacht. Aber das hat sich deutlich weniger verbreitet und es waren auch erheblich andere Zeiten. Fußball selbst war damals kein weltumspannendes Event, sondern halt ein sportlicher Wettbewerb, eher einfacher gestrickt. Und auch die Fußballer waren eher einfach gestrickt. Wenn da der eine nen Stinkefinger zeigt, der andere Mao verehrt - "ja mei, sind halt Fußballer". Das wurde ja auch nur über reguläre Medien verbreitet - oder eben nicht. Der Status Quo ist ein anderer. "Gesten" wie von Özil und Gündogan verbreiten sich mehr, bedeuten erheblich mehr. Eine Kardashian-Tussi twittert, dass sie Snapchat deinstalliert hat und die Aktie verliert 5% an Wert als Reaktion. Das ist die Realität.

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"Ich habe in meiner Karriere gestohlen, getrunken, Drogen genommen und ein Schaf entführt. Sorry für alles."
- John Hartson, walisischer Fußballer

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