Gedanken dazu... (Presselinks)

MPO ⌂, Franken, Wednesday, 13. June 2018, 16:16 (vor 11 Tagen) @ Stingbo

hmmm
da wird es schwer mit meinem WM Favorit Spanien.
Allerdings ist Hierro bisher Sportdirektor im Nationalteam ,
daher dürfte er schon den Spielstil kennen und die Spieler auch ?
Spannend wird es trotzdem:-D

Ich denke mal, spielerisch ist die Linie relativ klar. Seit Del Bosque spielt die spanische Nationalelf immer im etwa gleichen, Barca-ähnlichen Rhythmus mit viel Ballbesitz. Da braucht man wenig coachen für relativen Erfolg - für den ganz großen Erfolg natürlich schon. Üblicherweise machen eh Co-Trainer weite Teile des Trainings, das auch in der aktuellen Phase ziemlich fertig sein dürfte. Während des Turniers geht es sowieso fast nur um Regeneration, Motivation und ein paar kleinere Anpassungen vor einem Spiel.

Und ansonsten: Mehr denn je ein Zeichen, wie der Fußball funktioniert. Die Vereinsunternehmen mit ihren astronomischen Umsätzen stehen über allem. Da wird dann auch vor Verträgen des Verbands nicht halt gemacht und selbst ein Nationaltrainer Spaniens - eine Position, wo man einen wirklich raren Titel des Weltmeisters erarbeiten kann - lässt sich eine Ausstiegsklausel in den Vertrag schreiben.

Und weil wir dabei sind: Von der deutschen Nationalmannschaft erwarte ich nicht wahnsinnig viel. Von der Papierform ist die N11 sogar mit leichtem Abstand der stärkste Kader (Goalimpact satte 10 Punkte vor). Persönlich halte ich es für bescheuert, Neuer als Nr. 1 mitzunehmen und damit ein Stück weit Ter Stegen, der eine wirklich grandiose Saison mit Barca gespielt hat, herabzuwürdigen. Zwar bemühen sich alle, das nicht so wirken zu lassen, aber wenn Trainer wie Mitspieler so Müll sagen wie "eine andere Ausstrahlung hat der halt schon", dann ist das schon übel.

Sane draußen zu lassen macht ziemlich Sinn. In der N11 hat der noch nicht funktioniert und das extrem starre, hart abgestimmte Konzept Guardiolas taugt nicht für jeden Spielstil. Sane ist ein Dribbelviech - ohne taktische Verbindung zum Rest, das kann sich massiv rächen. Den gilt es, dauerhaft zu integrieren, gegebenfalls die Taktik anzupassen. Aber das im Kader des Weltmeisters, wo es auch sehr gute Alternativen gibt und sich dann auf einen knapp 22jährigen taktisch einlassen, auf das er funktionieren möge? Gewagt.

Und Özil und Gündogan, die beiden weltpolitischen Tiefflieger sind eine üble Hypothek. In der Beziehung Fans zu Mannschaft, aber auch innerhalb der Mannschaft kostet das recht offensichtlich ein paar Körner. Natürlich ist es letztlich eine dämliche Debatte, wenn man gleichzeitig mit dem ganzen Trupp vor dem Palast des Diktators Putin seine Show aufführt. Aber letzteres kann man zumindest teilweise entschuldigen, die Nummer mit Erdogan hingegen empfinde ich selbst mit Abstand noch als ziemlichen Affront, taktlos und dumm.

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"Ich habe in meiner Karriere gestohlen, getrunken, Drogen genommen und ein Schaf entführt. Sorry für alles."
- John Hartson, walisischer Fußballer

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