Kolumne der Wortpiratin: Vorleben, was man einfordert (Rund um Fußball)

smartie, Monday, 12. February 2018, 11:19 (vor 10 Tagen) @ florifo

ich bin inzwischen der Meinung: Alle Argumente, Pro wie Contra, sind auf dem Tisch.
Wir bekommen nur einen winzigen Einblick in alles da keiner von uns in nötigem Maße "hinter die Kulissen" blicken kann.

Was mir allerdings auffällt: Einerseits wird sich beschwert, dass in einem offenen Brief/Interview von dem "Mainzer Weg" geredet wird und sich beschwert wird (zurecht!) dass die Meldungen ein Eigentor sind.
Andererseits, wird ein Stückweit der Mainzer Weg gegangen (solides, vertrauensvolles Aufbauen von Mannschaft und Trainer) dies wird aber eingerissen und übliche Mechanismen gefordert.

Entweder ich zieh das durch was ich mir erhoffe oder ich seh ein dass wir ein 0815-Verein geworden sind.
Da sind auch wir Fans gefordert nicht nur Wein saufen und Wasser predigen. Sondern auch das anzuwenden, was wir einfordern.

Ich verstehe was Du sagen willst, aber ich kann Deiner Argumentation nicht folgen, weil sie (aus meiner Sicht) an einer entscheidenden Stelle hakt:

Der Mainzer Weg ist, an einem GUTEN Trainer festzuhalten, auch wenn es (aus welchen Gründen auch immer) eine längere Phase an Misserfolgen gibt. Im schlimmsten Fall sogar mit ihm abzusteigen. Bestes Beispiel: Jürgen Klopp. Ja passt.
Im konkreten Fall hat Schwarz aber noch keinerlei Beleg abgeliefert, dass er ein guter Trainer ist. Er ist schon mit der U23 abgestiegen (das war für mich kein Gegenargument,ihn zum Cheftrainer zu machen, aber es ist nun mal definitiv keine Referenz für seine Klasse oder Bundesligatauglichkeit). Inzwischen trainiert er seit fast einer 3/4 Saison (inkl. Vorbereitung und Winterpause) das Team und ich sehe wirklich in keinem Bereich einen Fortschritt. Die Aufstellungen wirken auf mich oft gewürfelt (rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln), das Offensivspiel ist in den meisten Spielen so gut wie nicht existent, die Passquote unterirdisch, wir haben die meisten Gegentore der Liga und noch dazu sind wir bei der Laufleistung auf dem drittletzten Platz.
Daher fehlt mir irgendwie jeglicher Beleg, jegliche Grundlage, Schwarz als guten Bundesliga-Trainer zu sehen. Er hat eine Mainzer Vergangenheit, ist ein netter Kerl, aber ich bezweifle halt stark, dass er die Qualität hat, ein guter Bundesliga-Trainer zu sein.

Und kurz gesagt, jetzt wäre also der Mainzer Weg, dass wir an einem Trainer festhalten, vielleicht sogar mit ihm Absteigen, obwohl er bisher keinen Nachweis erbracht hat, ein guter Trainer zu sein? Na ich weiß nicht...

Der Mainzer Weg war bisher eigentlich, dass wir einen weit überdurchschnittlichen Trainer brauchen, um mit den begrenzten Mitteln und daraus resultierendem Kader in der Liga mithalten zu können (teilweise sogar mehr). Und auch in Mainz war es schon so, dass Trainer frühzeitig gehen mussten, wenn es nicht gepasst hat (Andersen, Hjulmand), es ist also nicht so, dass das jetzt eine Art "Gotteslästerung" wäre, wenn man die Reißleine zieht...


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