Dumm, dümmer, am dümmsten... (Presselinks)

MPO ⌂, Franken, Monday, 13. November 2017, 14:18 (vor 6 Tagen) @ Weizen05

Bei Hoffenheim hat man quasi das Problem, mit Hopp nur "einen" Mitentscheider zu haben, der auch durchaus Fan ist. Und man weiss ja, wie sehr man beeinflussbar ist, selbst als Wirtschaftsboss etc.

Ich denke mal, dass das einiges erklärt. Grundidee: Junge Talente aus der Region, sympathischer kleiner Verein, langfristig angesiedelt. Dann mal einen Schub Ungeduld, weil man sich vielleicht auch von anderen (Mainz?) hat anstecken lassen, dass man auch mit wenig Geld viel erreichen kann - und wollte dann mindestens mal in die 2. Liga sich pushen.

Ich denke, dass der große Rausch nach der ersten Bundesliga-Hinrunde endete, als Hopp dann über Rangnick hinweg Luis Gustavo verkaufte, was Rangnick dann zum Abschied brachte. Ich glaube, da kam bei Hopp die Erkenntnis (vor allem auch nach der Hass-Hinrunde), dass er das nicht übertreiben sollte - mit seinem Verein und mit Rangnick. Der Verkauf Gustavos war da ein Zugeständnis in alle Richtungen. So oder so: Die Bayernjagd war mit diesem Zeitpunkt beendet, die Saisonziele eher der eigentlichen Kragenweite angepasst (was mittelfristig wohl in etwa einer Positionierung von Mainz oder Frankfurt entspricht, also Mittelfeld mit Schlagreichweite zu EL-Plätzen).

Diese Idee funktionierte aber erst wieder mit Nagelsmann, weil das auch ein Trainer ist, der aus Scheisse Gold machen kann. Nichts gegen den Hoffenheim-Kader, aber aus meiner Sicht ist das jetzt keine individuell starke Supertruppe, die dort kicken sollte, wo sie ist. Die sind relativ konstant, dass ist vor allem Nagelsmanns Anpassungen und Training zu verdanken.

Der Punkt ist: Hopp könnte morgen auch wieder auf die Idee kommen, die Bayern zu jagen. Vielleicht lässt er sich von einem heißen Trainer (Tuchel?) bequatschen, bekommt von dem einen schönen 3Jahres-Plan vorgelegt ala RB Leipzi und dann wird großinvestiert. Immerhin: Mit CL kommen dann große Einnahmen und auch Gewinn.

Bei RB hab ich sehr viel weniger den Eindruck, dass da ein Fan dahinter sitzt. Da gibt es einen Geschäftsplan, der auch mindestens mittelfristig angelegt ist und wenig bis keine vorschnellen Handlungen. Das man Keita mal eben ein Jahr länger hält, war clever. Man nutzte die eigene Position der Macht (Vertragslaufzeit) um sich nicht direkt sportlich zu schädigen (und jagt dadurch wieder die Bayern), andererseits sichert man sich einen großen Batzen Geld. Und kann 1 Jahr lang einen Nachfolger suchen oder ausbilden (was auch schon geschieht).

TLDR: Mehr Sponsoren/Investoren ala Red Bull wären nicht schlecht. Aber es ist nur eine Hälfte des Plans. Wolfsburg und Bayer haben auch ähnlich gestaltete Sponsoren/Investoren, aber treffen relativ viele schlechte sportliche und teils wirtschaftliche Entscheidungen. RB Leipzig ohne Rangnick ist nur die Hälfte wert. Rangnicks Fußballfachwissen ist verflucht groß, er ist ehrgeizig, engagiert und auch ein gutes Stück kaltblütig, was man auch sein muss.

Wenn ICH heute ein Investor in der Größenordnung wäre, würde ich entweder Rangnick versuchen abzuwerben oder Thomas Tuchel in einer vergleichbaren Rolle anwerben. Tuchel ist fachlich mindestens gleichwertig, ähnlich ehrgeizig und ähnlich technokratisch, wodurch er ideal für diese Rolle als Manager/Visionär/"Projektleiter" wäre. Ich würde übrigens trotzdem nicht in den FCK investieren *g*. Zu große Standortnachteile. Ich würde da wohl über sowas wie Magdeburg oder Kassel nachdenken, notfalls Erfurt oder Jena.

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"Ich habe in meiner Karriere gestohlen, getrunken, Drogen genommen und ein Schaf entführt. Sorry für alles."
- John Hartson, walisischer Fußballer

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